Bayer 04 fix und fertig

Die Bayer-Spieler Admir Mehmedi (oben) und Giulio Donati umarmen sich nach dem 4:4 gegen AS Rom. Bild:dpa
Irre, verrückt, wahnsinnig. Sportchef Rudi Völler stand vor dem Kollaps, Trainer Roger Schmidt war völlig euphorisiert, und Vereinsboss Michael Schade will ohne Arzt an der Seite so etwas nicht noch einmal erleben. Die spektakuläre 4:4-Tor-Tortur von Bayer Leverkusen am Dienstag in der Champions-League gegen den AS Rom kostete Nerven. "Wenn wir das fünfte Tor noch machen, wäre hier das Stadion abgerissen worden", fürchtete Völler. "Auch so sind wir ein kleiner moralischer Sieger. Es war ein Spektakel."

Es war ein Drama in drei Akten, das in Italien mehr als Tragödie empfunden wurde. Der Werksclub lag schnell mit 2:0 durch Treffer von Javier "Chicharito" Hernández (4./Handelfmeter und 19.) in Führung, die der italienische Vizemeister mit dem Doppelpack von Daniele De Rossi (29./38.) vor der Pause ausglich. Als Miralem Pjanic (54.) und Iago Falqué (73.) die Römer zum 4:2 geschossen hatten, schien alles gelaufen. Doch Kevin Kampl (84.) und Admir Mehmedi (86.) gelang noch der unglaubliche 4:4-Ausgleich.

"Die spinnen, die Römer", kommentierte "La Gazzetta dello Sport" die vertane Siegchance prägnant. "Was für eine Schönheit, was für eine Traurigkeit", schrieb "La Repubblica" am Mittwoch, "wie viel fußballerisches Verderben, wie viele Wunder und Katastrophen konzentriert in wenigen Minuten." Auch für den Bayer-Chefcoach war es alles andere als ein "normales Fußballspiel". "Erst schienen wir sicher auf der Siegerstraße, danach auf der Verliererstraße und am Ende hatten wir eine Riesenchance, um 5:4 zu gewinnen", fasste der geschaffte Schmidt die Achterbahnfahrt zusammen. "So etwas geht nicht spurlos an mir vorbei."
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