Bayern beschwingt zum Papst

Thomas Müller, Philipp Lahm, Rafinha, Arjen Robben (verdeckt) und Mario Götze (von links) jubeln über das 1:0. Kapitän Lahm traf sogar noch ein zweites Mal beim 6:0-Sieg. Bild: dpa

Die Münchner spielen nach dem lockeren 6:0 gegen Werder weiter in einer eigenen Liga, sparen beim Herbstspaziergang sogar noch Kraft für die Champions-League. Bei Bremen geht es nach einem Negativrekord mehr denn je um den Job von Trainer Robin Dutt.

Nach einem besseren Anschwitzen freuten sich die Bayern um den neuen Torjäger Philipp Lahm auf echte Gegner und eine Audienz beim Papst. Auf Robin Dutt wartet dagegen ein Endspiel - auch wenn Werder Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin die Devise "Sieg oder flieg" nicht bestätigen wollte. "Wir werden alle an Ergebnissen gemessen, das weiß auch Robin Dutt", sagte Eichin. Die Einschätzungen der Werder-Verantwortlichen fielen nach dem 0:6 (0:4) alarmierend aus: "Grottenschlecht", "Katastrophe", "keine bundesligataugliche Leistung".

Dutt jedenfalls steht am Freitag im Heimspiel gegen den 1. FC Köln mächtig unter Druck. "Das kann man schon als Endspiel bezeichnen. Das hat aber nichts mit dem Trainer zu tun", erklärte Eichin und betonte: "Der Trainer hatte nichts mit den Zweikämpfen zu tun. Bis auf das heutige Spiel hat unsere Mannschaft nicht wie ein Tabellenletzter gespielt. Diesmal haben wir gespielt wie ein Tabellenletzter und klarer Abstiegskandidat." Zur Krönung stellten die Bremer einen Negativrekord auf: Kein Torschuss in 90 Minuten.

Ein packender Nord-Süd-Klassiker wie einst ist das Duell des Rekordmeisters mit dem immer tiefer sinkenden SV Werder schon länger nicht mehr. Aber nach vielen schlechten Auftritten der Hanseaten gegen den Rekordmeister lieferten sie am Samstag den deprimierendsten. Denn es waren nicht einmal superstarke Bayern, die die Bremer vorführten, sondern diese selbst.

Werder machte es den Münchnern bei deren kräftesparendem Herbstspaziergang im Sonnenschein einfach. "Aber wenn man 6:0 gewinnt, dann zeigt das nicht, dass das ein Spiel im Schongang ist, sonst hätten wir nur 1:0 gewonnen oder 0:0 gespielt. Für sechs Tore muss man schon immer arbeiten", bekundete Thomas Müller. Der Weltmeister leitete mit einem Foulelfmeter (43.) den weiteren Torreigen durch Mario Götze (45./86.) und noch mal Lahm (79.) ein, nachdem Lahm (20.) und Xabi Alonso 2:0 vorgelegt hatten.

Lahm machte damit seinen ersten Doppelpack "seit der Jugend" perfekt und scherzte sogar über den Kampf um die Torjägerkrone. "Ich bin nah dran, jetzt will ich das durchziehen den Rest der Saison", erklärte der 30-Jährige nach seinen Bundesliga-Toren elf und zwölf mit einem schelmischen Grinsen.

"Natürlich haben wir schon einen großen Vorsprung auf Dortmund. Aber lass' uns auf uns selbst schauen und nicht immer auf die Tabelle", sagte Arjen Robben und richtete den Fokus auf das Champions-League-Duell der Bayern (6 Punkte) am Dienstag beim AS Rom (4 Punkte). "Ich glaube, so ein Spiel ist genau das, was wir brauchen. Wir wollen Fortschritte machen." Garniert wird der Besuch in Rom mit einer Privataudienz bei Papst Franziskus.
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