Bayern-Franken-Duell

Nihad Djedovic (rotes Trikot) war mit 30 Punkten der überragende Akteur des FC Bayern München beim 101:96-Erfolg nach Verlängerung bei Alba Berlin. Ab Sonntag trifft der Titelverteidiger im Finale nach dem Modus Best-of-five auf den Vorrunden-Ersten Bamberg. Bild: dpa

Kurz vor Mitternacht startete der FC Bayern in die Heimat - die Vorbereitung auf das Finale gegen Bamberg ist kurz. Nach dem Krimi in Berlin schwärmten die Münchner vom "Bayern-Gen" - nur Coach Svetislav Pesic gefiel die ungewohnte Zuschauerrolle gar nicht.

Völlig losgelöst stürmte Svetislav Pesic nach dem Finaleinzug aus den Katakomben und herzte seine Spieler. Nach der Verbannung wegen zwei Technischer Fouls musste der Coach des FC Bayern den Basketball-Krimi bei Alba Berlin in der Kabine verfolgen - und war über das erreichte Endspiel gegen Bamberg umso erleichterter. "Wie mein Präsident Uli Hoeneß war ich im Gefängnis", berichtete der aufbrausende Trainer-Routinier mit einem schrägen Vergleich über das 101:96 nach Verlängerung im entscheidenden fünften Spiel. Kurz hielt Pesic inne und ergänzte mit erhobenem Zeigefinger: "Man soll weiter mit uns rechnen."

Zu Beginn der Saison hatte er bei der Niederlage im Champions Cup in Berlin wegen eines ähnlichen Vorfalls schon während der Partie im Teambus gehockt - nun genoss er kurz vor Mitternacht die "Svetislav"-Rufe der Bayern-Fans vor der Arena. "Wir haben es für ihn gewonnen", sagte Geschäftsführer Marko Pesic über seinen Vater und lobte Assistent Emir Mutapcic, der das Coaching übernommen hatte: "Mucki hat einen super Job gemacht."

Am Sonntag in Bamberg

Im ersten Finale der Best-of-five-Serie am Sonntag in Bamberg wird wieder Pesic an der Seitenlinie stehen, dem Club droht allerdings eine Geldstrafe, weil nicht Mutapcic an der Pressekonferenz teilnahm. Doch das werden die Bayern angesichts der Chance zur erfolgreichen Titelverteidigung gegen die Brose Baskets verschmerzen können. "Was wir heute gezeigt haben, war dieses Bayern-Gen, dieses Niemals-Aufgeben", schwärmte Geschäftsführer Pesic. "Wie wir die Serie gedreht haben, macht mich stolz."

Vor allem die erneute Gala des überragenden Nihad Djedovic lässt die Münchner hoffen, das Top-Team der regulären Saison bezwingen zu können. "Es sind die Finals, da kann alles passieren", sagte der Bosnier mit Blick auf das Bayern-Franken-Duell. "Es ist gut, dass wir nicht zu weit reisen müssen. Wir müssen ein Spiel auswärts gewinnen, aber es ist wichtig, dass wir heute Charakter gezeigt haben." Im Eurocup war dies den Münchnern mit einem 92:50- Kantersieg in Bamberg bereits gelungen, auch die Saison-Bilanz spricht mit 3:1 für den amtierenden Meister.

In der vergangenen Saison hatte Djedovic beim Final-Triumph über Alba noch wegen eines Mittelhandbruchs zuschauen müssen, derzeit befindet er sich in der Form seines Lebens. "Heute ging fast alles", sagte der 25 Jahre alte Flügelspieler zu seinem 30-Punkte-Auftritt. "Wir sind die Champions, immer noch. Und wie sagt man: Unterschätze niemals das Herz eines Champions."
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