Bayern genervt, Schalke geknickt

Ein seltenes Bild: Geschlagen marschieren die Spieler des FC Bayern vom Spielfeld. Das 2:3 gegen Manchester City dürfte aber keine Spuren hinterlassen, denn außer zwei Unkonzentriertheiten in der Schlussphase hatten sich die Münchener nichts vorzuwerfen. Bild: dpa

Die 2:3-Niederlage bei Manchester City bleibt für den FC Bayern folgenlos, für Schalke hat die deftige 0:5-Pleite gegen Chelsea in der Königsklasse hingegen große Auswirkungen. Die Achtelfinal-Chancen sind nur noch gering.

Lehre für den FC Bayern, Lehrstunde für Schalke 04 - doch die Auswirkungen der Niederlagen der beiden Fußball-Bundesligisten in der Champions-League gegen die englischen Top-Clubs sind sehr unterschiedlich. Der FC Schalke 04 muss nach der 0:5 (0:3)-Heimpleite gegen den FC Chelsea um den Achtelfinal-Einzug bangen. Für die bereits als Gruppensieger feststehenden Münchner ist das unglückliche 2:3 (1:2) bei Manchester City ein Fehltritt ohne Folgen.

Niederlage tut weh

Die erste Niederlage nach 18 Spielen - noch dazu in Unterzahl nach dem frühen Platzverweis für Mehdi Benatia (20. Minute) - war für den deutschen Rekordmeister daher zu verschmerzen, auch wenn sie die Bayern-Stars nervte. "Ich hasse Niederlagen, gerade wenn du so toll gekämpft hast und dich am Ende nicht belohnst. Da tut es besonders weh", sagte Weltmeister Jérome Boateng nach der Drei-Tore-Show von City-Stürmer Sergio Agüero (22./Foulelfmeter/85./90.+1).

"Wir haben uns nicht belohnt für unser gutes Spiel, das ist ärgerlich. Wir haben es eigentlich klasse gemacht und hätten als Sieger vom Platz gehen müssen", klagte auch Manuel Neuer. Das Duell Torwart gegen Torjäger mit Argentiniens Vize-Weltmeister Agüero hatte er gleich dreimal verloren. "An allen drei Bällen war ich fast dran. Es haben immer Zentimeter gefehlt."

Dabei standen die Münchner nach einem schlitzohrigen Freistoß von Xabi Alonso (40.) und dem 19. Champions-League-Tor von Robert Lewandowski (45.) schon vor dem fünften Sieg im fünften Gruppenspiel. Pep Guardiola sah dennoch keinen Anlass, nach seiner erst achten Pflichtspiel-Niederlage (in 76 Partien) als Bayern-Coach mit seinen Spielern zu schimpfen. "Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft."

Während die Bayern den kleinen Betriebsunfall locker verschmerzen können, war das 0:5 für Schalke ein Desaster. Dementsprechend bedient war Horst Heldt. "Das war eine blamable Leistung. Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", klagte der Manager und zog ein vernichtendes Fazit: "Das war Angsthasenfußball."

Schalker Rechenspiele

Der Sprung ins Achtelfinale ist für die Königsblauen zwar noch möglich, aber nicht mehr sonderlich wahrscheinlich. Schalke müsste zum Abschluss am 10. Dezember bei NK Maribor gewinnen, der Tabellenzweite Sporting Lissabon gleichzeitig beim Gruppensieger Chelsea verlieren. Zu Rang drei und der Europa-League würde Schalke ein Remis in Slowenien genügen. Aber selbst diese Rechenspielchen waren Heldt nach dem Desaster gegen den starken Premier-League-Spitzenreiter zu viel: "Mit dieser Leistung müssen wir über so etwas gar nicht nachdenken."

Chelseas Trainer José Mourinho sprach aus, was in den 90 Minuten zuvor sichtbar geworden war. Sein Team war um Klassen besser, auf jeder Position individuell stärker besetzt, und Schalkes personell gebeutelte Truppe nicht einmal ein guter Trainingspartner. "Sie sollten nach vorne schauen. Der einzige Trost ist: Sie müssen akzeptieren, dass wir heute einfach zu stark waren."
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