"Bayern in einer anderen Liga"

Bayern-Doppeltorschütze Arjen Robben hilft Augsburgs Torwart Alexander Manninger nach einem Gegentor auf. Mit dem 4:0-Derbysieg beim FC Augsburg erspielte sich der FC Bayern vorzeitig die Herbstmeisterschaft. Bild: dpa

Das war eine klare Ansage des FC Bayern. Nach guter erster Hälfte ging der FC Augsburg nach Wiederbeginn in nur 13 Minuten k.o. Pep Guardiola schwärmt von der Mentalität seiner Spieler, Karlheinz Rummenigge preist den Trainer und erklärt Doppeltorschütze Robben zum "weltbesten Spieler".

In der vorweihnachtlichen Stimmung nach dem unwiderstehlichen Sturmlauf zur 20. Herbstmeisterschaft machte Pep Guardiola den Bayern-Stars eine Liebeserklärung. Das mächtige 4:0 (0:0) im Topspiel beim Überraschungsteam FC Augsburg hatte den Spanier tief beeindruckt auf der Zielgeraden eines Jahres, das sein Starensemble mit den sechs deutschen Weltmeistern bis ans Limit gefordert und belastet hat. "Ich bin überrascht von der Mentalität dieser Spieler nach zwei Jahren, in denen sie alles gewonnen haben. Alle drei Tage spielen sie mit großer Mentalität, gewinnen, gewinnen, gewinnen. Das ist super", schwärmte Guardiola am Samstag.

Der Starcoach sah nach Sieg Nummer 12 im 15. Saisonspiel die Zeit reif, sich zudem öffentlich beim FC Bayern zu bedanken. "Gratulation an den Verein für diese Spieler, die sie mir gegeben haben." Gerade im Liga-Alltag nach der Champions-League sei es "nicht einfach", betonte Guardiola mit dem Verweis auf die Niederlagen von Schalke und Dortmund. "Und wir gewinnen hier gegen diesen super Gegner", rühmte Guardiola seine Truppe: "Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Spieler."

Tore in 13 Minuten

Das darf er in der Tat sein. Eine gute Stunde hatten die Augsburger mit großem Kraftaufwand dem Favoriten das Siegen schwer gemacht. Aber dann schlugen Medhi Benatia (58.), Arjen Robben (59./71.) und Robert Lewandowski (68.) in nur 13 Minuten gleich viermal zu. "Bayern München spielt in einer anderen Liga. Wir müssen unsere Punkte woanders holen", kommentierte FCA-Coach Markus Weinzierl. "Die Bayern haben eine unglaubliche Mannschaft und eine enorme Geschwindigkeit. Wenn du mal in Rückstand bist, sind sie nicht mehr zu stoppen", ergänzte Stefan Reuter beeindruckt.

Der Weg der im Derby entzauberten Augsburger könnte trotzdem auch in Europa enden. Kopf hoch, weiter, lautete die Botschaft der FCA-Profis. "Dass du gegen Bayern mal einen auf den Sack bekommst, ist nicht das Schlimmste auf der Welt", sagte Flügelstürmer Tobias Werner.

In 16 von bislang 19 Fällen ließen die Bayern auf die inoffizielle Herbstmeisterschaft den Titelgewinn folgen. Das ist eine Erfolgsquote von 84,2 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Rekordchampion 2015 seinen 25. Titelgewinn feiern darf, liegt aber gefühlt bei mindestens 99,99 Prozent.

Nach der Machtdemonstration in der Augsburger Arena stimmte nicht nur Guardiola Lobeshymnen an. Karl-Heinz Rummenigge erklärte Doppeltorschütze Robben zum "besten Feldspieler der Welt". Zudem pries der Vorstandsboss die "großartige" Zusammenarbeit von Team und Trainer, dessen großer Fan er ist: "Ich bin begeistert von Pep, weil er die Mannschaft fordert, aber auch fördert. Und die Ergebnisse - da kann man nur den Hut ziehen."

Guardiolas Personal-Rochaden waren aufgegangen. Thomas Müller und Mario Götze ließ er zunächst draußen. Dafür bot er überraschend Bastian Schweinsteiger erstmals gemeinsam mit Xabi Alonso im Mittelfeld auf, was gut funktionierte. "Beide haben große Erfahrung, große Persönlichkeit", sagte Guardiola. Und nach der Umstellung auf ein klares 4-3-3 mit Ribéry, Lewandowski und Robben als Sturmtrio ging schließlich die Post ab. "In der zweiten Halbzeit haben wir richtig Gas gegeben", bemerkte Torjäger Lewandowski.
Weitere Beiträge zu den Themen: FC Bayern (6871)Lea (13790)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.