Bayern ohne Bauchschmerzen

Thomas Müller (links) schmunzelt über einen Ausrutscher von Robert Lewandowski: Die Bayern hatten im Abschlusstraining ihren Spaß. Wenn es heute in London gegen den FC Arsenal geht, wollen die Münchener aber wieder mit dem nötigen Ernst bei der Sache sein. Bild: dpa

Am Ort des Champions-League-Triumphes will der zuletzt unschlagbare FC Bayern die K.-o.-Runde praktisch perfekt machen. Für Mesut Özil & Co. geht es früh um Alles.

Wieder London, wieder Arsenal - und wieder soll ein Sieg her: Nach einer Extra-Nacht am Ort des Champions-League-Triumphes von 2013 will der zur Zeit unschlagbar wirkende FC Bayern mit dem 13. Pflichtspielsieg in Serie den nächsten Schritt auf dem Weg zum Gruppensieg machen. "Wir wollen aus den zwei Spielen in London und beim Rückspiel in München Punkte mitnehmen, um dann das zu holen, was wir wollen: den Tabellenplatz eins", erklärte Karl-Heinz Rummenigge vor dem Königsklassen-Klassiker am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den FC Arsenal.

Begleitet wurde der Münchner Vorstandschef beim Flug nach England auch von einer brennenden Dauerfrage: Reist Trainer Guardiola in das Land, in dem ihn viele nach seinem Engagement beim FC Bayern sehen? Rummenigge ist bei der Thematik gelassen. "Ich habe ja immer gesagt, es liegt viel pro Bayern München auf dem Tisch. Aber es gibt wahrscheinlich auch andere Bräute, die gut aussehen, nicht nur den FC Bayern", erläuterte der Vorstandschef.

Wie Tiere kämpfen

Erneut verwies Rummenigge auf den Zeitplan beim Poker um den Starcoach, dessen Dreijahresvertrag am Saisonende ausläuft. "Das Gespräch steht noch aus, aber irgendwann wird es noch vor Jahresende geführt werden", sagte Rummenigge. Wiederholt wurde schon über einen Wechsel Guardiolas zu Manchester City spekuliert. Der umworbene selbst hielt sich zurück. Der Verein wisse über alles Bescheid, sagte Guardiola am Montagabend. "Wir sind hier, um morgen Champions-League zu spielen." Dabei sei der angeschlagene Gegner besonders gefährlich. "Wenn Du die letzte Chance hast, gibst Du alles", warnte Guardiola. Wenn es dem FC Bayern so gehen würde, würde man aggressiv und wie Tiere kämpfen.

Bei der Frage nach der Trainer-Zukunft müssen sich die Münchner noch in Geduld üben. Die nach dem Sieger in Gruppe F soll dagegen im Eiltempo zugunsten des mit sechs Punkten und 8:0 Toren furios gestarteten deutschen Meisters beantwortet werden. In einem "ersten Finale", erklärte Guardiola, "können wir fast die Qualifikation für das Achtelfinale erreichen."

Frühe Anreise

Aus Furcht vor dem Berufsverkehr in der Millionenmetropole London reiste der Spanier mit dem Team einen Tag früher als üblich an. Zu viel Zeit in Bus und Flieger vor dem Spiel sei schlecht. Für das Arsenal-Stadion und dessen Platz hatte Thomas Müller viel Lob übrig: "Der Rasen unterscheidet sich nicht groß von einem Teppich zu Hause im Wohnzimmer."

Im dritten Jahr nacheinander treffen die Münchner auf das Team um Weltmeister Per Mertesacker, der die Bayern aktuell als "noch schwerer schlagbar" ansieht. Die Zeiten, in denen der deutsche Rekordchampion mit Bauchschmerzen auf die Insel reiste, sind lange vorbei. Selbst die lange Verletztenliste von Franck Ribéry über Mario Götze bis hin zu Arjen Robben löst kein Stöhnen aus. Zumal es positive personelle Nachrichten gibt: Kingsley Coman ist wieder dabei. Turbo-Flügelmann Douglas Costa kehrt nach der Pause beim 1:0 in Bremen ins Team zurück, Javi Martínez meldete sich ebenso fit.
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