Bayern ungeschlagen, Schalker warten auf Sieg - Statistiken momentan uninteressant
Gedämpfte Freude vor Klassiker

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Das Stadion ist ausverkauft, die sportliche Ausgangslage prickelnd - doch unbeschwerte Vorfreude auf den Bundesliga-Klassiker verspürt diesmal niemand. Sowohl auf Schalke als auch in München wurde zuletzt mehr über Terrorängste als über Taktik, Kaderplanung und Bilanzen gesprochen.

Dennoch bemühen sich alle vor dem Topspiel um eine Rückkehr in den Alltag, der Fußball soll wieder in den Fokus rücken. "Die Politik und andere Personen kämpfen für unsere Sicherheit. Wir müssen unsere Arbeit tun", sagte Bayerns Trainer Pep Guardiola wohl auch in der Hoffnung, dass seine Profis nach der heiklen Länderspielpause ihren historischen Höhenflug unbeirrt fortsetzen.

Mit einer ähnlichen Haltung geht sein Kollege André Breitenreiter in die Partie am Samstag (18.30 Uhr/Sky). Der Schalker Fußball-Lehrer erwartet nach dem Horror von Paris und der Länderspielabsage von Hannover für Samstag zwar ein "mulmiges Gefühl", aber keine leistungsmindernden Effekte: "Die Mannschaft hat großen Bock auf dieses Spiel. Aber wir brauchen eine fehlerfreie Partie. Dann hat man auch gegen die Bayern eine Chance."

Dass die mit Rekordbilanz in die Saison gestarteten Münchner in den vergangenen zwei Wochen ihren Rhythmus verloren haben könnten, befürchtet Guardiola nicht. Die mit nach Paris gereisten Nationalspieler seien trotz der schrecklichen Erlebnisse bereit für Einsätze: "Ich habe mit Coman, Jérôme und Thomas gesprochen. Es war nicht einfach, aber sie sind okay."

Nach bisher elf Siegen und einem Remis soll die souveräne Tabellenführung gegen die von Guardiola als eine der "gefährlichsten Mannschaften" bezeichneten Schalker gefestigt werden. Bis auf die Langzeitverletzten und Taktgeber Thiago stehen den Müchnern alle Profis zur Verfügung. Das schürt den Glauben an einen weiteren Erfolg. "Wir wollen so spielen, wie wir zuletzt immer aufgetreten sind. Dann gibt es normal nur einen Sieger", sagte Philipp Lahm.

Dagegen verheißt die Formkurve des Gegners wenig Gutes. Nach famosem Saisonstart gab es in den vergangenen acht Pflichtspielen nur einen Sieg. Nicht minder ernüchternd ist die jüngste Bilanz gegen die Bayern. Der letzte Erfolg der auf Rang fünf abgerutschten Königsblauen über den Rekordmeister liegt eine gefühlte Ewigkeit zurück und gelang am 4. Dezember 2010 (2:0). Und doch erscheint ein Erfolgserlebnis nicht gänzlich illusorisch. Immerhin waren die Schalker neben den Gladbachern die einzige Mannschaft, die in der vorigen Saison nicht gegen den FC Bayern verlor. Zudem kehrt mit Weltmeister Benedikt Höwedes derjenige Profi in das Team zurück, der zuletzt sowohl beim 1:1 im eigenen Stadion als auch beim 1:1 in München getroffen hatte. "Er gilt ja seitdem als Bayern-Schreck", scherzte Breitenreiter. Ähnliches kann der Fußball-Lehrer auch von sich behaupten: Bei seinem Bundesliga-Debüt als Spieler für den HSV im September 1994 erzielte er sein erstes Tor - gegen die Bayern.
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