Beachvolleyball
Rennen um das letzte Ticket

Katrin Holtwick (links) und Ilka Semmler feuern sich gegenseitig nach einem Punktgewinn an. Das Duo erreichte den dritten Platz auf der Welttour und hat die Chancen auf eine Teilnahme in Rio somit erhöht. Foto: dpa

Jetzt hat das erfahrenste Duo zurückgeschlagen: Holtwick/Semmler verschärfen die heiß umkämpfte Rio-Auslese der deutschen Beachvolleyballerinnen. Mit Platz drei auf der Welttour haben die Berlinerinnen in ihrem zehnten gemeinsamen Jahr die Chancen erhöht.

Antalya. Nach der "geilen Medaille" von Sotschi wollen Berlins Beach-Girls Katrin Holtwick und Ilka Semmler weiter nicht auf die starke nationale Konkurrenz schauen. "Natürlich haben wir Punkte gut gemacht. Aber was das für die Olympia-Qualifikation bringt, werden wir am Stichtag sehen", sagte die 32 Jahre alte Holtwick in Istanbul, wo das deutsche Beachvolleyball-Nationalteam am Montag Zwischenstation auf dem Flug von Sotschi nach Antalya einlegte. In der Türkei wird in dieser Woche das Rennen um das letzte von zwei Tickets für die deutschen Damen-Duos fortgesetzt.

Mit Platz drei beim Welttour-Turnier in Russland sind Holtwick/Semmler im Olympia-Ranking bis auf 250 Punkte an die Stuttgarterinnen Karla Borger und Britta Büthe herangerückt. Das Verrückte: Auch Chantal Laboureur und Julia Sude (Friedrichshafen) stehen als Fünfzehnte auf einen Platz, der international einen Startplatz ab 6. August bringen würde. Doch jede Nation darf bei Olympia nur zwei Teams stellen. Ein Ticket haben die Europameisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst (Hamburg) als Nummer drei der Qualifikationsliste so gut wie gebucht.

"Es ist einfach ein sportlicher Wettkampf. Wenn es die Regeln gibt, muss man es akzeptieren", sagte Holtwick: "Alle vier Teams nehmen es sportlich." Allerdings wies die für den Seaside Beach Club Essen startende Abwehrspezialistin auch auf das große Frustpotenzial hin: "Wenn es vier Startplätze geben würde, wären vielleicht sogar vier Teams aus Deutschland dabei." Für Thomas Krohne, den Präsidenten des Deutschen Volleyball-Verbandes, ist die extreme nationale Konkurrenz aber auch ein entscheidender Grund für die Stärke der deutschen Damen: "Deshalb spielen sie auf dem hohen Niveau."

Rückschläge wegstecken


Entscheidend wird bis zum Heim-Grand-Slam vom 6. Juni bis 12. Juni in Hamburg auch sein, wer Rückschläge am besten wegsteckt. Zuletzt gelang das Holtwick/Semmler. "Wir sind nicht besonders gut gestartet. Umso schöner ist, welche Kraft wir aus der Unzufriedenheit gezogen haben", betonte Holtwick: "Wir machen weiter wie bisher und konzentrieren uns auf uns." Die Rio-Auslese haben die WM-Vierten des Vorjahres nun weiter verschärft.

Die Motivation, nach Rang neun 2012 in London nun im Beachvolleyball-Mekka Rio den Janeiro nochmals um Olympia-Ruhm kämpfen zu können, ist extrem groß. "In zehn gemeinsamen Jahren gab es kein vergleichbares Event. Schon die Dimension ist Wahnsinn", betonte die 30 Jahre alte Semmler. Wenn sie die nationale Konkurrenz-Hürde überspringen, rechnen sich die zweimaligen deutschen Meisterinnen für Brasilien durchaus gute Chancen aus. "Man hat das alles schon erlebt, geht mit ganz anderen Vorkenntnissen in das Turnier", unterstrich Semmler.
In zehn gemeinsamen Jahren gab es kein vergleichbares Event. Schon die Dimension ist WahnsinnIlka Semmler über die mögliche Teilnahme bei den Olympischen Spielen
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