Beide Clubs träumen vom Triple

Welcher Argentinier jubelt am Samstag im Champions-League-Finale? Lionel Messi vom FC Barcelona (links) oder Carlos Tévez von Juventus Turin (rechts)? Bilder: dpa

Vorhang auf zum großen Champions-League-Finale im Olympiastadion! Beim Duell zwischen dem FC Barcelona und Juventus Turin ist die Favoritenrolle klar verteilt. Doch die Italiener erinnern an 2006, den WM-Triumph von Berlin. Für beide Clubs geht es um das Triple.

Ein Außerirdischer gegen die Helden von 2006, hohe spanische Fußball-Kunst gegen italienischen Pragmatismus: Wenn der FC Barcelona und Juventus Turin am Samstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) im Berliner Olympiastadion aufein-andertreffen, kommt es zum Duell der Gegensätze. Hier der große Favorit Barça, der angeführt von Lionel Messi Fußball zelebriert. Dort Außenseiter Juve, das sich mit eiserner Disziplin und taktischem Geschick bis ins erste Champions-League-Finale seit zwölf Jahren vorgekämpft hat. Auf den Sieger wartet am Ende nicht nur der begehrte Henkelpokal, sondern auch ein historisches Triple.

"Jeder glaubt, Barça ist der Favorit. Aber es wird schwer. Juve versteht es gut, auf die Offensivkünstler Messi, Neymar und Suarez zu reagieren", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Freitag. "Barça ist in guter Form, hat keine Verletzten. Ich denke, dass sich Barcelona am Ende knapp durchsetzen wird. Das sind alles Weltklasseleute", sagte Löw und sprach vom "Kampf der Systeme."

Favorit hin oder her: "Im Fußball gewinnt nicht immer die stärkste Mannschaft", betont Turins Mittelfeldstar Andrea Pirlo und erinnert an den WM-Triumph der "Squadra Azzurra" an gleicher Stätte vor neun Jahren: "Die Erinnerungen an die Nacht in Berlin sind unauslöschlich. Ich wünsche mir, die gleichen Emotionen am Samstag mit Juve noch einmal zu erleben."

Zusammen mit Andrea Barzagli und Gianluigi Buffon hatte Pirlo 2006 den WM-Pokal geholt, zusammen will das gealterte Trio die Wiederauferstehung Juves nach schweren Jahren inklusive des Zwangsabstiegs in die Serie B krönen. Vor dem Generationenduell mit dem 14 Jahre jüngeren Marc-André ter Stegen lobte Buffon (37) den Ex-Gladbacher: "Er ist ein sehr verlässlicher Torwart."

Doch die Aufgabe für Juve wird brutal schwer. Barcelona kommt in Bestbesetzung nach Berlin und setzt auf seinen Wundersturm mit Messi, Luis Suárez und Neymar. "MSN" haben zusammen 120 Tore erzielt und den Rekord des Real-Madrid-Trios Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Gonzalo Higuain (118) aus der Saison 2011/12 übertroffen. Mit einem Sieg gegen den italienischen Meister könnte Barcelona nach 2009 zum zweiten Mal das Triple gewinnen, was noch kein Team geschafft hat. Den Italienern, die seit 19 Jahren auf ihren dritten Erfolg in der Königsklasse warten, könnte das erste Triple der Clubgeschichte gelingen.

Pikantes Wiedersehen

Bei Juve muss Abwehrchef Giorgio Chiellini mit einer Wadenverletzung passen. Damit fällt dessen Wiedersehen mit Suárez aus. Der Uruguayer hatte Chiellini bei der WM in die Schulter gebissen. Über andere Duelle dürfen sich die 70 500 Zuschauer aber freuen. Pikant ist das Wiedersehen von Messi und Carlos Tévez, dessen WM-Teilnahme der viermalige Weltfußballer aus Argentinien verhindert haben soll. Es kreuzen sich auch die Wege der alternden Strategen Pirlo und Xavi, für beide könnte es das letzte große Spiel werden.
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