Benatia relativiert 7:1

Medhi Benatia ist des Deutschen noch nicht mächtig. Der Marokkaner ließ sich am Dienstag in der Pressekonferenz alles übersetzen. Kein Wunder, dass er gefragt war. Am Mittwoch trifft er mit den Bayern auf seinen ehemaligen Klub AS Rom. Bild: dpa

Der höchste Auswärtssieg im Europapokal, eine Papst-Audienz - zwei Wochen nach den magischen Momenten von Rom strebt der FC Bayern mit Vollgas den nächsten Coup an. Doch ein Schützenfest dürfte es dieses Mal nicht geben.

Eine berauschende Tor-Gala wie in Rom erwartet der FC Bayern nicht, aber der Gruppensieg im Rekordtempo soll her. "Solch eine magische Nacht, in der beinahe jeder Schuss ein Treffer ist, wird es gegen die Roma wahrscheinlich nicht noch einmal geben. Wir wollen am Mittwoch dennoch den Sack zumachen", betonte Karl-Heinz Rummenigge. Der in Höchstform spielende Arjen Robben fieberte gut 24 Stunden vor dem Anpfiff schon einem bayerischen Königsklassen-Kunststück entgegen. "Wenn wir gewinnen, dann sind wir Gruppenerster nach vier Spielen - das ist natürlich etwas ganz Besonderes", erklärte Robben. Der Holländer ("einfach Vollgas das Spiel angehen") sah in seinen Trainingsklamotten am Dienstag so aus, als hätte er am liebsten gleich gegen den AS Rom los gelegt. Vorstandschef Rummenigge erinnerte im Vorfeld der Partie am Mittwoch, 5. November (20.45 Uhr/Sky/ZDF) indes noch einmal an "die Torlawine" beim 7:1 vor zwei Wochen und einen "Abend für die Ewigkeit, der ganz Fußball-Europa erstaunt hat". Man dürfe sich nun eine "historische Chance nicht entgehen lassen", erklärte Rummenigge und zielte damit auf den Gruppensieg schon nach dem vierten Spieltag ab. Das glückte dem deutschen Rekordmeister bei seinen zwölf Gruppenerfolgen noch nie; wie keiner deutschen Mannschaft.

Die 17. K.-o.-Runde bei der 18. Teilnahme lockt die Münchner, für das Achtelfinale reicht schon ein Punkt. "Wir haben die große Gelegenheit, diese Gruppenphase vor unseren Fans zu beenden", erklärte Trainer Pep Guardiola, der nach der Pressekonferenz ein paar Minütchen später zum Abschlusstraining kam. Der spanische Starcoach warnte vor den im Hinspiel gedemütigten Italienern. "Ich glaube, dass die Spieler der Römer Stolz haben. Sie wollen nicht noch einmal so etwas erleben wie in Rom." Der ehemalige Roma-Spieler Medhi Benatia warnte. "Den Unterschied von 7:1 gibt es nicht zwischen diesen beiden Vereinen", sagte der Marokkaner. So ein "super Abend" passiere nur alle paar Jahre, ergänzte Robben.

Keine Angst vor Italienern

"Nachdem die Bayern nur eins ihrer vergangenen 13 Gruppenspiele verloren - 2:3 gegen Manchester City in der Vorsaison, als sie schon als Gruppensieger feststanden - spricht eigentlich alles für den nächsten Erfolg des Club-Weltmeisters. Und auch die Italien-Bilanz verheißt Gutes für den FCB: Zuhause verloren die Münchner nur eines der letzten sieben Europapokal-Spiele gegen Teams aus Italien.
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