Bereit für neue Höhenflüge

Severin Freund ist der Frontmann im deutschen Team. Er ist ganz heiß auf die neue Saison und hofft auf einen guten Start am Wochenende in Klingenthal. Bild: Eger

Nach dem Olympia-Gold von Sotschi haben es die deutschen Skispringer im Sommer etwas ruhiger angehen lassen. Nun starten sie voller Tatendrang und mit großen Zielen in die WM-Saison, die an diesem Wochenende mit dem Weltcup in Klingenthal beginnt.

Der Winter lässt noch auf sich warten, doch auch ohne Kälte und Schnee sind Deutschlands Skispringer heiß auf den Start in die WM-Saison. Vor heimischer Kulisse wollen die Gold-Adler um Skiflug-Weltmeister Severin Freund beim Weltcup in Klingenthal an diesem Wochenende groß auftrumpfen und ihre nach dem Team-Olympiasieg gestiegenen Ansprüche auf Top-Ergebnisse untermauern. "Es kribbelt ganz gewaltig. Die Leistungsdichte wird auch in diesem Jahr sehr eng sein - aber wir sind wirklich gut vorbereitet! Ich hoffe auf einen tollen Start in den Winter", sagte Freund.

Sieben Athleten hat Bundestrainer Werner Schuster, der mit seiner Vertragsverlängerung bis 2019 ein wichtiges Zukunftssignal gegeben hat, für das Mannschaftsspringen am Samstag (16.00 Uhr) und das Einzel am Sonntag (11.30 Uhr) nominiert. "Die Voraussetzungen für einen guten Start in die Saison haben wir uns selbst geschaffen, und daher blicken wir dem ersten internationalen Kräftemessen zuversichtlich entgegen", betonte Schuster und fügte hinzu: "Nach der vorigen Saison gibt es einen gewissen Stolz und eine gewisse Zufriedenheit in uns und gleichzeitig den Hunger, auf dieser Welle weiterzumachen." Neben den Team-Olympiasiegern Freund, Andreas Wank, Andreas Wellinger und Marinus Kraus sind im Vogtland Oldie Michael Neumayer, Markus Eisenbichler und Richard Freitag dabei. Vor allem Freitag, der in Sotschi nach zwei schwachen Auftritten im Einzel seinen Platz im Team verlor und damit leer ausging, brennt auf den Weltcupstart. "Ich freue mich tierisch, mit den Jungs in den Winter zu gehen. Wir sind ein gutes Team, das mittlerweile ziemlich eingespielt ist und mit den Erfahrungen wächst", sagte der Sachse.

An dem Negativerlebnis Olympia hatte der 23-Jährige zwar einige Zeit zu knabbern, doch spätestens mit dem Sieg beim Finale des Sommer-Grand Prix Anfang Oktober in Klingenthal ist das Vertrauen in die eigene Stärke zurückgekehrt. "Es hat eine Weile gedauert, das abzuhaken. Ich habe in Amerika Urlaub gemacht. Da kommst du von den Gedanken mal weg und findest neue Ansätze", berichtete Freitag.

Schuster zählt ihn weiter zu den Stützen seines Teams, mit dem er auch in diesem Winter ehrgeizige Ziele verfolgt. Neben der WM im Februar in Falun hat der Bundestrainer vor allem die Vierschanzentournee auf dem Zettel. "Es ist definitiv das Ziel, dort richtig anzugreifen. Das nagt ein bisschen an uns, dass wir das noch nicht hingekriegt haben", räumte der Österreicher ein.

Zunächst gilt das Augenmerk aber einem erfolgreichen Start in die lange Saison, in der es kaum Regeländerungen gibt. Lediglich die Anzüge sind wieder "etwas luftiger" geschneidert, berichtete FIS-Renndirektor Walter Hofer. Ein neues Wertungsformat fiel dagegen beim Test durch. "Das Resultat war ernüchternd", sagte Hofer.

Auch die DSV-Asse bauen auf Bewährtes. Im Sommer haben sie sich zwar nicht auf den Lorbeeren der Vorsaison ausgeruht, aber bei weitem nicht Vollgas gegeben. "Wir haben punktuelle Highlights gesetzt. Der Winterkalender ist nicht kleiner, sondern eher noch voller geworden", begründete Schuster das eher ruhige Aufbauprogramm.

Nun sei die Vorfreude groß. "Auch wenn uns bewusst ist, dass für die Erfolge aus dem vergangenen Winter keine Bonuspunkte vergeben werden, wollen wir nach den positiven Trainingsleistungen doch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit in die Wettkämpfe starten", erklärte der Bundestrainer.
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