Bernd Büsching beim Endura Alpen-Traum in Deutschland, Österreich und Italien
Kein Alb-Traum beim Alpen-Traum

Bernd Büsching beim Alpen-Traum 2015. In seiner Altersklasse belegte der Kewog-Geschäftsführer Platz 38 unter 100 Startern. Bild: Sportograf

Tirschenreuth. (bz) Normalerweise strampelt sich Bernd Büsching für die Kewog ab. Seit einigen Jahren tut er das auch noch in der kargen Freizeit - auf dem Rennrad. Und das sehr intensiv. Wie vergangenes Wochenende. Da machte der Geschäftsführer der Kommunalen Entwicklungs- und Wohnungsbau-Gesellschaft sich einen Sportler-Traum wahr und nahm den Endura Alpen-Traum unter die Räder.

Das ist ein international besetzter Radmarathon, aber was für einer. Start ist in Sonthofen im Allgäu, dann geht's rüber nach Landeck in Tirol und schließlich nach Sulden ins Vinschgau, also von Deutschland über Österreich nach Italien. Dazwischen liegen 252 Kilometer, sechs Alpen-Pässe und anstrengende 6078 Höhenmeter.

Schlappe 12 Stunden - und acht Minuten, um genau zu sein - gönnte sich der Krummennaaber für die Strecke, die nach 200 Kilometern den Höhepunkt des ganzen Tages bereit hält: den Anstieg zum 2757 Meter hohen Stilfser Joch, einem der höchsten Pässe Europas. Davor duften die Sportler - quasi zum Einradeln - über den Oberjochpass (1155 Meter), das Hahntennjoch (1903), die Pillerhöhe (1559) und den Reschenpass (1507) und nach der Abfahrt ins Vinschgau als krönendes Finale den Schlussanstieg nach Sulden am Ortler (1900) bewältigen.

Große Anstrengung

"Warum tust du dir das eigentlich an?", hat sich Bernd Büsching während der zwölfstündigen (Tor-)Tour mehr als einmal gefragt, dann aber doch immer wieder den inneren Schweinehund überwunden und weitergestrampelt. "Das war schon die Härte", sagt der 53-Jährige jetzt eine Woche später. Rang 38 unter 100 Startern in seiner Altersklasse waren jedenfalls ein guter Lohn für die Anstrengungen.

Damit der Alpen-Traum nicht zum Alb-Traum wird, hat Büsching fleißig trainiert. Gut 10 000 Kilometer hatte er schon in den Wadeln, bevor er ins Allgäu gefahren ist. Arber- und Dolomiten-Marathon ("Und ein paar kleinere Geschichten") standen da heuer schon auf dem Terminplan. Der Alpen-Traum war eigentlich gar nicht geplant. Aber dann hat sein Arzt gesagt: "Du bist so gut drauf, wenn, dann heuer."

Trainingsplan vom Sportmediziner

Seit vier Jahren bereits fährt Büsching solch extrem sportliche Veranstaltungen. Wegen der knappen Freizeit muss da das Training sehr effizient ausfallen. "Meist am Wochenende oder abends mal schnell eine Stunde. Da brettere ich dann den Steinwald rauf, aber volle Kanne." Und dann sagt dem Krummennaaber auch noch der Sportmediziner Stefan Pecher aus Fichtelberg, wo's langgeht. Der Teamarzt der nordischen Ski-Nationalmannschaft erstellt ihm den Trainingsplan. Die Ernährung hat der 53-Jährige umgestellt und auch das Gewicht reduziert. Und das neue Hüftgelenk, das er vergangenes Jahr gebraucht hat, macht die Strapazen klaglos mit.

Lohnt sich's? "Und wie", sagt Büsching. "So ein sportlicher Erfolg nach ungemein körperlicher Anstrengung macht wirklich glücklich. Und gibt mir persönlich ungemein Kraft für den Job."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.