Berti hat genug

Als Nationaltrainer führte Berti Vogts die DFB-Elf bei der Europameisterschaft 1996 in England zum Titel. Von 1990 bis 1998 war er Bundestrainer, danach verlief seine Trainer-Laufbahn weniger glanzvoll. Nach Kurz-Jobs bei Bayer Leverkusen und in Kuwait betreute Vogts die schottische Nationalelf und Nigeria, ehe er 2008 in Aserbaidschan anheuerte. Am Freitag gab er seinen Rücktritt bekannt. Bild: dpa

Seit 2008 arbeitete Berti Vogts als Nationaltrainer in Aserbaidschan. Unter Bedingungen, "über die Joachim Löw und Oliver Bierhoff nur lachen könnten", wie es der 67-Jährige formulierte. Jetzt hat er einen Schlussstrich gezogen.

Nach sechs Jahren Fußball-Entwicklungshilfe in Aserbaidschan hat der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts genug. Desillusioniert über den mangelnden Reformwillen und die unzureichenden Trainingsbedingungen in dem Land am Kaspischen Meer reichte der 67-Jährige nach einem Gespräch mit Verbandschef Rovnag Abdullayev in Zürich seinen Rücktritt ein. "Ich habe dem Präsidenten die Situation geschildert und erklärt, dass es so nicht weitergehen kann", sagte Vogts.

Aktuell kassierte er mit seinem Team in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 wieder einen Rückschlag nach dem anderen und liegt nach der jüngsten 0:6-Niederlage gegen Kroatien in der Gruppe H mit null Punkten und 2:10 Toren auf dem letzten Platz.

Seit 2008 arbeitete der Weltmeister von 1974 und Europameister von 1972 als Nationaltrainer in dem vorderasiatischen Land, das fußballpolitisch zur Uefa zählt. Dass er die Auswahl in der Fifa-Weltrangliste von Platz 147 zwischenzeitlich auf Rang 73 geführt habe, sei "eine Leistung, aber ich will mehr. Dafür liebe ich den Fußball zu sehr", betonte Vogts. Immer wieder habe er in der Vergangenheit angemahnt, dass in den Clubs mehr und intensiver trainiert werden müsse. Am Ende des vergangenen Jahres verlängerte der "Terrier" genannte frühere Verteidiger seinen Vertrag in Aserbaidschan bis Ende 2015. Mehrmals hatten Gerüchte kursiert über einen bevorstehenden Rausschmiss oder einen Rücktritt des früheren Bundesliga-Profis. "Es war eine schöne Zeit, wir gehen als Freunde auseinander", sagte Vogts zum Abschluss versöhnlich. Auf die Frage, was für ihn als nächstes anstehe, antwortete er: "Jetzt werde ich erst einmal mein Handicap verbessern im Golf. Das ist zuletzt zu kurz gekommen."
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