BFV sieht sich im Videostreit bestätigt

Im Streit um die Videoberichterstattung vom Amateurfußball sieht sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) von einer großen Mehrheit der Vereine unterstützt. Rund 90 Prozent der 142 Clubs aus Regional-, Bayern- und Landesliga hätten sich in einer geheimen Abstimmung für die neuen Medienrichtlinien ausgesprochen, berichtete BFV-Präsident Rainer Koch am Dienstag in München. "Man kann keinen Gegensatz zwischen dem Verband und den Vereinen feststellen", sagte Koch, der auch Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes ist.

Zeitungsverlage wehren sich gegen die Akkreditierungsbestimmungen zur kommenden Saison. Demnach wird den Vereinen auferlegt, Kamerateams nicht zu akkreditieren, sofern diese keine Lizenzgebühren an den BFV zahlen oder ihr Material kostenlos der Verbandsplattform bfv.tv zur Verfügung stellen. Die Gebühren betragen zwischen 250 Euro (Landesliga) und 1000 Euro (Regionalliga) pro Spiel. "Die Interessenslage der Clubs ist, dass die Videos möglichst weit verbreitet werden", urteilte Koch.

Zuletzt hatten Medien berichtet, der Verband übe erheblichen Druck auf einige Vereine auf, um sie auf Linie zu trimmen. Koch sieht diesen Vorwurf durch die in den vergangenen Tagen durchgeführte Abstimmung entkräftet.

Die Verlage werfen dem BFV unter anderem vor, seine Monopolstellung auszunutzen und die Gemeinnützigkeit zu missachten. Das Landgericht München I hatte im Juni eine einstweilige Verfügung gegen den Verband aufgehoben. Die "Mittelbayerische Zeitung" (Regensburg) kündigte an, in die nächste Instanz vors Oberlandesgericht zu ziehen. Zusammen mit anderen Zeitungen geht sie auch kartellrechtlich gegen den BFV vor.
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