Biathlet Simon Schempp gewinnt überlegen den 10-km-Sprint in Antholz
"Es läuft wie im Traum"

Nächster Weltcup-Sieg für Biathlet Simon Schempp: Nach seinem Erfolg am vergangenen Wochenende beim Massenstart in Ruhpolding gewann der 26-Jährige am Donnerstag in Antholz das Sprintrennen. Bild: dpa
Nach seinem nächsten großen Biathlon-Sieg leuchteten bei Simon Schempp die Augen. "Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt. Das ist einfach der Knaller, der Wahnsinn", sagte der 26-Jährige am Donnerstag. Für seinen überlegenen Sprint-Erfolg beim Weltcup in Antholz hatte er eine ganz simple Erklärung. "Mit der letzten Woche im Rücken, da geht man natürlich mit einer breiteren Brust ins Rennen", meinte der Uhinger mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

14 Sekunden Vorsprung

Bereits in Ruhpolding hatte Schempp am vorigen Wochenende mit einem Erfolg im Massenstart und einem zweiten Platz im Sprint für Festtagsstimmung bei den Fans gesorgt. "Momentan läuft es wie im Traum. In den letzten drei Rennen bin ich absolut vorn dabei gewesen. Das ist einfach verrückt", gestand der Skijäger - und wunderte sich ein wenig über sich selbst. Mit einem Vorsprung von 14,0 Sekunden gewann er den Sprint vor dem ebenfalls fehlerfreien Russen Jewgeni Garanitschew.

Dritter wurde nach einer Strafrunde der Slowene Jakov Fak (+ 20,1 Sekunden). Zweitbester Deutscher war Arnd Peiffer, der nach einer Strafrunde (+ 48,1) Elfter wurde. "Mit 90 Prozent Trefferleistung und einer ganz ordentlichen Laufleistung kann ich zufrieden sein. Da ist einiges drin für den Verfolger am Samstag", sagte Ex-Weltmeister Peiffer.

Heute Sprint der Frauen

Im Sprint am Freitag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) ist auch für die deutschen Skijägerinnen einiges drin. Nachdem Franziska Preuß in Ruhpolding für das erste Einzelpodest der Saison gesorgt hatte, soll es im neu formierten Team weiter voran gehen. "Auch Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier waren in diesem Jahr schon nah dran am Podest", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. Vor einer nicht leichten Bewährungsprobe steht dagegen Miriam Gössner. Auch über eineinhalb Jahre nach ihrem schweren Mountainbike-Unfall ist die zweimalige Staffel-Weltmeisterin noch längst nicht in alter Form. Selbstvertrauen, hofft die 24-Jährige, hat sie sich durch drei Siege im IBU-Cup geholt. "Ich will versuchen, das zu zeigen, was ich in den letzten Wochen im Training und im IBU-Cup gezeigt habe", sagte Gössner.

Was Selbstvertrauen ausmachen kann, zeigte Schempp. Wie schon beim Antholz-Sprint des Vorjahres stand er ganz oben auf dem Podest. Von den vielen deutschen Fans unter den 10 500 Zuschauern in der Südtirol-Arena wurde er mit Sprechchören gefeiert. Während er in Ruhpolding bei seinem dritten Weltcup-Sieg erst nach dem Fotofinish jubeln konnte, war diesmal alles glasklar. In der kräftezehrenden Höhe von 1600 Metern lieferte Schempp die zweitbeste Laufzeit ab. Am Schießstand spielte er seine ganze Routine aus, schoss zügig und sicher. Er war einer von 14 Skijägern, die im Feld der 102 Starter ohne Strafrunde durchkamen.

Ergebnisse

Herren, 10 km Sprint: 1. Simon Schempp (Uhingen) 23:18,8 Minuten/0 Schießfehler; 2. Jewgeni Garanitschew (Russland) + 0:14,0 Minuten/0; 3. Jakov Fak (Slowenien) + 0:20,1/1; 4. Benjamin Weger (Schweiz) + 0:20,9/1; 5. Brendan Green (Kanada) + 0:24,4/0; ... 11. Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) + 0:48,1/1; 19. Erik Lesser (Frankenhain) + 1:08,2/2; 26. Benedikt Doll (Breitnau) + 1:21,6/2; 30. Daniel Böhm (Buntenbock) + 1:24,4/1; 37. Andreas Birnbacher (Schleching) + 1:41,8/2

Weltcup-Gesamtwertung, nach 13 von 25 Wettbewerben: 1. Martin Fourcade (Frankreich) 532 Punkte; 2. Anton Schipulin (Russland) 507; 3. Schempp 489; ... 16. Birnbacher 252; 18. Lesser 251; 22. Böhm 240; 28. Peiffer 180
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