Biathlon
Bereit für den nächsten Coup

Mir ist wichtig, dass ich die Biathlon-Bühne mit einem positiven Gefühl verlassen kann.

Familien-Vater Andreas Birnbacher wird bei der Weltmeisterschaft in Oslo nach 15 Jahren seine Biathlon-Karriere beenden. Laura Dahlmeier will im Einzel-Wettbewerb ihre dritte Medaille gewinnen und sie neben Gold und Bronze an die Wand im Hotelzimmer kleben.

Oslo. Laura Dahlmeier hatte wieder ihren Tunnelblick aufgesetzt. Nur kurz winkte die Biathlon-Weltmeisterin nach dem Abschlusstraining am Osloer Holmenkollen ihren Fans auf der Tribüne zu. Dann machte sich die 22-Jährige auf den Weg zurück ins Hotel. Ein kurzes Fernseh-Interview noch, dann endlich durfte sie sich wieder ausruhen und den Fokus auf das schwere Einzelrennen am Mittwoch 13.00 Uhr/ZDF und Eurosport) legen. Wegen Nebel-Gefahr wurden das Einzel am Dienstagabend um zweieinhalb Stunden vorverlegt.

Sie sei, gab die große Mitfavoritin zu, am Montag "total geflasht" gewesen. "Nach dem Abendessen habe ich es kaum noch bis ins Zimmer geschafft, habe noch zwei, drei Seiten im Buch gelesen und bin dann um halb Neun eingeschlafen. Heute bin ich wieder topfit und freue mich auf den Einzel", sagte sie am Dienstag.

Unterdessen kündigte Andreas Birnbacher an, seine Laufbahn spätestens nach dem WM-Finale am Sonntag zu beenden. Beim Männer-Einzel am Donnerstag will der 34-Jährige noch einmal Gas geben. "Wenn man da mit einem sicheren Schießen durchkommt und einen guten Tag im Laufen erwischt, ist einiges möglich. Das habe ich in meiner Karriere des Öfteren erlebt", sagte der Schlechinger, der nun Trainer werden will. "Mir ist wichtig, dass ich die Biathlon-Bühne mit einem positiven Gefühl verlassen kann."

Mehr als positive Gefühle hat Laura Dahlmeier in Oslo jetzt schon, ihr Verfolgungs-Gold hat sie als Motivation immer im Blick. Die Plakette hängt, mit Klebeband befestigt, zusammen mit Sprint-Bronze an der Wand in ihrem Zimmer. "Maren Hammerschmidt hatte die gute Idee, dass wir die Medaille doch gleich aufhängen, damit sie immer schön präsent ist", sagte Dahlmeier.

Hammerschmidt für Preuß


Ihre Zimmerkollegin, im Dezember in Hochfilzen zweimal Zweite, feiert über die 15 Kilometer ihr WM-Debüt. "Die Medaille von der Maren hat auf alle Fälle auch noch Platz an der Wand", meinte Dahlmeier. Franziska Hildebrand und Vanessa Hinz komplettieren das deutschen Team in dem Biathlon-Klassiker. Franziska Preuß dagegen wird für die Staffel am Freitag und den Massenstart am Sonntag geschont.

Dahlmeier hatte nach ihrem Gold-Coup ihr Glück im wahrsten Sinne des Wortes mit der ganzen Welt geteilt. Das Spiel mit den Sozialen Medien beherrscht die 22-Jährige mittlerweile meisterlich - sie hat fleißig gepostet. Andererseits versteht sie es auch, sich vor dem Wettkampf die dringend nötige Ruhe zu verschaffen. "Sie will sich auf das Wesentliche konzentrieren - und das ist eben der Wettkampf.
Mir ist wichtig, dass ich die Biathlon-Bühne mit einem positiven Gefühl verlassen kann.Andreas Birnbacher
Weitere Beiträge zu den Themen: Biathlon-Weltmeisterschaft (1)Holmenkollen (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.