Biathlon
Biathleten sensationell

So gut sind deutsche Biathleten noch nie in eine Weltcup-Saison gestartet - auch dank Maren Hammerschmidt, die bisher kaum einer auf dem Zettel hat. Die spektakuläre Bestmarke wurde geschafft, obwohl die Männer-Staffel in Tirol nur auf Platz fünf kam.

Hochfilzen. Deutschland ist nach dem besten Saison-Start in den Weltcup endgültig wieder eine Macht im Biathlon. Trotz der Nullnummer der Männerstaffel haben die Skijäger nach dem Top-Auftakt in Östersund noch einmal nachgelegt und Historisches geschafft. Beim zweiten Weltcup in Hochfilzen räumte das DSV-Team mit einem Dreifach-Triumph, einem Doppel-Erfolg, einem Schempp-Sieg und zwei weiteren Podestplätzen ab. Mit 14 Rängen auf dem Podium waren die Biathleten so erfolgreich wie noch nie nach zwei Saison-Rennen. In Tirol sorgten vor allem die Frauen für Furore. "Da fährt man sehr zufrieden, mit einem strahlenden Lächeln heim", sagte Gerald Hönig. Den Damen-Bundestrainer störte es auch nicht, dass die als Topfavorit gehandelte Damen-Staffel am Sonntag hinter Italien nur auf Platz zwei lief. "Wir haben nicht Platz eins verloren, sondern Platz zwei gewonnen."

Viel daneben geballert


Die Männer dagegen kamen diesmal am Schießstand überhaupt nicht zurecht. Mit 16 Nachladern wurde der Weltmeister mit einem Rückstand von 1:18,4 Minuten Fünfter hinter Olympiasieger Russland. "Da war ein wenig der Wurm drin", befand Andreas Birnbacher. Dagegen freute sich Ricco Gross, der seinen ersten großen Erfolg als Nationaltrainer der Russen feierte.

Das Fast-Double von Simon Schempp, der erste Erfolg von Franziska Hildebrand und der dritte von Laura Dahlmeier im Weltcup sowie die Podest-Rückkehr von Miriam Gössner nach langer Verletzungspause wurde von den beiden zweiten Plätzen in Sprint und in der Verfolgung von Maren Hammerschmidt überstrahlt. "Ein kleiner Stern ist aufgegangen", freute sich Hönig.

Hochfilzen-Sensation Hammerschmidt, die ehemalige Junioren-Weltmeisterin, war denn auch an Position zwei hinter Hildebrand in die erste Frauen-Staffel der Saison berufen worden. "Es ist schon etwas anderes, wenn ein ganzes Team dranhängt", sagte sie. Erst im Schlussspurt zog Franziska Preuß um 0,2 Sekunden den Kürzeren. "Sprinten muss ich noch üben", sagte sie schmunzelnd.

Wegen seiner Erkältung fehlte der ehemalige Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer, der in Östersund zweimal Zweiter wurde und den Löwenanteil an den sechs Podestplätzen hatte. Dafür zeigte sich Schempp nach seinen acht Schießfehlern beim letzten Weltcup mit seinem Sprint-Sieg und seinem zweiten Platz in der Verfolgung hinter Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade gut erholt. "Mit dem Wochenende kann ich sehr zufrieden sein und eine Haken dran machen", sagte er.
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