Biathlon
Wimpernschlag entscheidet für Hildebrand

Franziska Hildebrand feierte in Ruhpolding ihren zweiten Weltcup-Sieg. Im Ziel hatte sie einen hauchdünnen Vorsprung von 0,3 Sekunden auf die Tschechin Gabriela Soukalova. Bild: dpa
Sport DE/WELT
Deutschland und die Welt
09.01.2016
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Biathletin Franziska Hildebrand war nach ihrem zweiten Weltcupsieg überglücklich. Auch Laura Dahlmeier als Vierte von Ruhpolding zeigte sich hochzufrieden. Die Herren kamen ohne den kranken Simon Schempp nicht auf das Podest.

Ruhpolding. Franziska Hildebrand konnte nach ihrem zweiten Weltcupsieg ihr Glück kaum fassen. "Das ist unglaublich, einfach der Wahnsinn, ausgerechnet hier zu Hause zu gewinnen", jubelte die 28-Jährige nach ihrem an Spannung kaum zu überbietenden Sprinterfolg zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding. Als sie nach ihrer "Vollgas-Schlussrunde" die entscheidenden 0,3 Sekunden Vorsprung auf die Tschechin Gabriela Soukalova an der Anzeigetafel sah, küsste sie unter dem tosenden Jubel der tausenden Fans den Schnee.

Wie Hildebrand untermauerte auch die viertplatzierte Laura Dahlmeier ihren Status der Weltspitze und setzte den Erfolgstrend der Skijägerinnen mit vier Weltcupsiegen und insgesamt elf Podestplätzen fort. Ihr fehlten zum dritten Saisonsieg nur 2,8 Sekunden, zu Platz zwei 2,5 und zur drittplatzierten Finnin Kaisa Mäkäräinen ganze 0,5 Sekunden. "Ich bin sehr zufrieden, wenngleich mich mein Fehler brutal ärgert, denn es wäre noch mehr drin gewesen", sagte Dahlmeier.

Überflieger Simon Schempp hatte dagegen nichts zu lachen, saß wegen den Nachwehen einer Erkältung zu Hause auf der Couch. "Wenn ich nicht 100 Prozent fit bin, macht es auch keinen Sinn, im Weltcup zu starten", sagte der dreifache Saisonsieger nach seiner unfreiwilligen Startabsage geknickt. Er ist auch am Samstag in der Verfolgung nicht dabei. Sein Einsatz am Sonntag im Massenstart ist mehr als fraglich. Damit fehlen ihm weitere wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup. Der führende Franzose Martin Fourcade, im Sprint auf Platz vier, baute seinen Vorsprung auf 96 Punkte aus.

Ohne ihren Ausnahmekönner Schempp verpassten die Herren das Podest klar. Beim norwegischen Dreifach-Triumph der Brüder Johannes Thingnes und Tarjei Bö sowie Emil Hegle Svendsen konnten lediglich Andreas Birnbacher als Neunter und Arnd Peiffer als Elfter mit soliden Ergebnissen aufwarten. "Das war ein durchwachsenes Ergebnis", resümierte Bundestrainer Mark Kirchner.
Das ist unglaublich, einfach der Wahnsinn, ausgerechnet hier zu Hause zu gewinnen.Franziska Hildebrand
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