Bittere Pleite
Deutschland gegen Slowakei nicht weltmeisterlich

Ein Fußballfan in Augsburg bei Starkregen und Hagel auf der Tribüne: Die Halbzeitpause beim Länderspiel dauerte viel länger als sonst. Bild: dpa

Das war noch nicht meisterlich. Die DFB-Auswahl verlor unter erschwerten Bedingungen ihr vorletztes Testspiel vor der EM in Frankreich gegen die Slowakei und offenbarte einige Schwächen.

Augsburg. Eine knappe Stunde nach dem missglückten Test im heftigen Augsburger Gewitter war Joachim Löw mit seiner Rumpftruppe schon wieder auf dem Rückweg ins Schweizer Trainingscamp. Das 1:3 (1:2) gegen die Slowakei hatte dem Bundestrainer als wichtigste Erkenntnis gebracht, dass ihm noch viel Arbeit bleibt, um den Fußball-Weltmeister bis zum Turnierstart in zwei Wochen reif für den EM-Titel zu machen. Ohne etliche nicht einsatzfähige oder geschonte Stammkräfte von Kapitän Bastian Schweinsteiger über Thomas Müller bis zu Champions-League-Sieger Toni Kroos konnte die deutsche Mannschaft am Sonntag im vorletzten Test keine EM-Freude entfachen.

Kein Donnerwetter


Ein verbales Donnerwetter des Bundestrainers gab es nach dem großen Gewitter, dass die Halbzeitpause auf 40 Minuten verlängerte, aber nicht. "Es war eigentlich ein bisschen schade, dass der Platz in der zweiten Halbzeit nicht mehr so bespielbar war. Das hat den Spielfluss und die Kombination gehemmt", kommentierte Löw. Er beschränkte sein sportliches Urteil auf die erste Hälfte: "Da haben wir zumindest nach vorne ein paar gute Aktionen gehabt, defensiv waren wir nicht so gut organisiert."

Als noch richtig Fußball gespielt werden konnte vor nur 22 110 Zuschauern in der bei weitem nicht ausverkauften Augsburger Arena, hatte Mario Gomez mit seinem ersten Elfmeter im Nationaltrikot die DFB-Auswahl in der 13. Minute in Führung gebracht. Ein Doppelschlag des EM-Teilnehmers Slowakei durch Marek Hamsik (41.) und Michal Duris (44.) zerstörte den bis dahin schwungvollen Auftritt der deutschen Mannschaft. Das dritte Gegentor von Juray Kucka (52.) ging trotzdem auf das Konto des eingewechselten Torhüters Marc-André ter Stegen, der den Ball durch die Beine rutschen ließ. "Das wird unser Vertrauen in ihn nicht beeinträchtigen", erklärte Löw trotzdem nachsichtig. "Das Ergebnis ist zwar zweitrangig für uns, aber die zweite Halbzeit war sehr, sehr schwierig. Wir haben zwei blöde Standardtore bekommen", haderte Weltmeister Mario Götze, der ein Aktivposten war.

Nicht ohne Etablierte


Zwei Tage vor der Nominierung des endgültigen 23-Mann-Kaders zeigte sich, dass Löw für einen EM-Erfolg vor allem die etablierten Spieler brauchen wird. "Dieses Spiel alleine macht für mich keine Entscheidung", sagte er. Verdient habe es niemand, aussortiert zu werden, ergänzte er mit Blick auf den Nominierungsschluss am Dienstag.
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