Borussia schlägt beim 2:1 in Wolfsburg in der Nachspielzeit zurück
Dortmund lebt Freude pur

Shinji Kagawa (links) jubelt nach seinem Tor zum 2:1-Sieg in Wolfsburg mit Marco Reus (Mitte) und Henrikh Mkhitaryan. Bild: dpa
Borussia Dortmunds "Big-Point-Sieg" in Wolfsburg hätte auch Jürgen Klopp nicht irrer bejubeln können als sein Nachfolger Thomas Tuchel. Als richtigen Herausforderer von Rekordmeister Bayern München wie zu Klopps besten Dortmunder Zeiten sieht der BVB-Coach sein Team aber auch nach dem verrückten 2:1 (1:0) am Samstag im Verfolgerduell nicht. "Wir sind weit davon entfernt, die Bayern irgendwie zu jagen", befand Tuchel, nachdem der Tabellenzweite bis auf fünf Punkte an den bislang souveränen Spitzenreiter herangerückt war und die tolle Heimserie der Wolfsburger von 29 Spielen ohne Niederlage gebrochen hatte.

"Wenn man sich die Tabelle anguckt, war das ein wichtiger Sieg, das war ein Big-Point-Sieg", jubelte der überragende Sven Bender nach der Revanche für das verlorene Pokalfinale, wodurch der BVB den Vizemeister auf nunmehr zehn Punkte distanzierte. "Aber wir müssen die Füße am Boden halten. Es geht darum, gegen Frankfurt am Sonntag den nächsten Schritt zu machen", forderte Tuchel.

Diese Bodenhaftung hatte der sonst so abgeklärte Trainer in der Schlussphase jedoch verloren. Nach der Achterbahnfahrt der Gefühle, dem verwandelten Foulelfmeter von Wolfsburgs Ricardo Rodriguez in der 90. Minute und Shinji Kagawas unverhofftem Siegtreffer 118 Sekunden später zeigte er Emotionen wie Vorgänger Klopp nach wichtigen Erfolgen. Wie bei allen Dortmundern wollte beim BVB-Coach das breite Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht entschwinden. Dieses fiel angesichts der ersten Niederlage der Bayern umso breiter aus. "Natürlich tut es auch mal gut, dass die Bayern auch mal ein Spiel verlieren", gab Bender zu, und Tuchel meinte: "Ich habe es schon ein bisschen vermutet, dass Gladbach in der jetzigen Form dazu in der Lage ist."

Beeindruckend war die BVB-Leistung indes nur in der ersten halben Stunde, als die Gäste den Vizemeister an die Wand spielten. Spätestens als Ilkay Gündogan aber mit einer Prellung nach 55 Minuten vom Feld musste, kippte die Partie. Danach spielte nur noch Wolfsburg, das mit dem lethargischen Spiel vor der Pause und vor allem Josuha Guilavoguis Riesenfehler vor dem Dortmunder 1:0 durch Marco Reus (32.) haderte.
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