Boxen
Tyson Fury legt WM-Titel nieder

WM-Gürtel und Box-Lizenz weg: Tyson Fury legte am Donnerstag seine drei WM-Titel nieder. Das erhöht die Chancen von Wladimir Klitschko zur Wiedererlangung zumindest eines Titels. Bild: dpa

Berlin. Wladimir Klitschko kann seine verlorenen WM-Titel vielleicht einfacher zurückerobern als erwartet. Sein an Depressionen erkrankter Bezwinger Tyson Fury hat die WM-Titel von WBO, WBA und IBO niedergelegt. Der britische Verband entzog ihm zudem die Lizenz.

Tyson Furys Abdankung vereinfacht Profiboxer Wladimir Klitschko den Weg zurück auf den Schwergewichts-Thron. Für die einstige unumschränkte Nummer eins der Königsklasse gibt es nun mehrere Optionen, einen der frei gewordenen WM-Gürtel zurückzuerobern, nachdem der an Depressionen erkrankte Fury seine WM-Titel niedergelegt hatte. "Ich habe die Titel im Ring gewonnen, und ich glaube, dass sie im Ring auch verloren gehen sollten. Aber ich bin derzeit nicht in der Lage, sie zu verteidigen", wurde der 28-jährige Brite in einer Mitteilung seines Managements zitiert.

Fury musste ohnehin mit einer Sperre wegen Dopings und der Aberkennung seiner WM-Titel durch die Verbände WBO, WBA und IBO rechnen. Sein nationaler Verband hat ihm am Donnerstag schon mal vorläufig die Lizenz entzogen. Die Entscheidung gelte "bis zur weiteren Untersuchung in der Anti-Doping-Angelegenheit und in medizinischen Fragen", heißt es in der Erklärung.

Wladimir Klitschko hatte die drei Titel 2015 in Düsseldorf bei seiner unerwarteten Niederlage gegen den Briten verloren. Bei beiden großen Verbänden ist der 40 Jahre alte Ukrainer auf Rang zwei notiert: bei der WBO hinter dem Neuseeländer Joseph Parker, bei der WBA hinter dem Exil-Kubaner Luis Ortiz. Den WM-Gürtel der WBC, in deren Ranking Klitschko nicht geführt wird, hält der US-Amerikaner Deontay Wilder.

Am schnellsten aber könnte sich Klitschko wieder krönen, wenn der Kampf gegen den britischen IBF-Champion Anthony Joshua in Sack und Tüten wäre und er das Duell der Olympiasieger 1996 gegen 2012 gewinnt. "Diesen Kampf favorisieren beide", sagte Joshuas Promoter Eddie Hearn. "Es wäre der größte Schwergewichtskampf der letzten zehn Jahre. Ich will ihn perfekt machen."

Tyson Fury hatte in der vergangenen Woche dem Magazin "Rolling Stone" gesagt: "Ich bin ein manisch Depressiver." Er sei seit Jahren krank. In letzter Zeit habe er jeden Tag Alkohol getrunken und Kokain geschnupft. "Ich hoffe nur, dass jemand mich tötet, bevor ich mich selbst töte", gab er in dem Interview an. Alkohol und Drogen seien für ihn die einzige Möglichkeit gewesen, mit seinen psychischen Problemen klarzukommen, bekannte Fury.
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