Boxer Artem Harutyunyan scheitert im Halbfinale
Bronze als Trost

Artem Harutyunyan (links) verlor zwar gegen Lorenzo Sotomayor Collazo, sicherte sich aber trotzdem Bronze. Bild: dpa

Rio de Janeiro. Der Gold-Traum von Artem Harutyunyan ist beendet, die erste deutsche Box-Medaille seit zwölf Jahren aber dennoch gesichert. "Ich bin nicht traurig, dass ich den Kampf verloren habe. Ich bin glücklich, dass ich eine Medaille gewinnen konnte", sagte Harutyunyan im ZDF. Der Hamburger war nach der einstimmigen Punktniederlage gegen Lorenzo Sotomayor Collazo aus Aserbaidschan mit einem Lächeln aus dem Ring gegangen.

Im Olympia-Halbfinale am Freitag verpasste der Halbweltergewichtler den Finaleinzug gegen seinen 13 Zentimeter größeren Gegner klar. Schon in der ersten Runde zog er sich einen Cut am linken Auge zu. Den gesamten Kampf über hatte der 26-Jährige Schwierigkeiten mit der Reichweite des in Kuba geborenen Collazo. Dennoch gewinnt der Hamburger in Rio de Janeiro die Bronzemedaille, die den Verlierern der Halbfinal-Kämpfe automatisch sicher ist. Für Harutyunyan, der vor 15 Jahren mit seiner Familie aus Armenien nach Deutschland geflohen war, ist der dritte Platz bei seiner Olympia-Premiere ein großer Erfolg. Vitali Tajbert und Rustam Rahimov waren 2004 in Athen die bislang letzten deutschen Boxer mit Bronzemedaillen für Deutschland.

Wie ein Märchen


Schon der Halbfinal-Einzug war für Harutyunyan außerordentlich. Zwar hatte der DBV schon vor Olympia die größten Hoffnungen in den APB-Weltmeister gesteckt, die Geschichte des 26-Jährigen kommt aber einem klassischen Box-Märchen gleich. Vom Flüchtling und Asylheimbewohner schaffte er es zum Weltmeister und Medaillengewinner bei Olympia. Von den sechs in Rio gestarteten deutschen Boxern hatten die ersten fünf allesamt ihren Auftaktkampf verloren, dem DBV drohte ein Desaster. Doch dann startete Harutyunyan in sein erstes Olympisches Turnier, siegte zwei Mal in Serie, war sogar dem Einzug ins Finale nah, und holte sich nun Bronze.
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