Brand soll für neues Feuer sorgen

Christian Brand (links) ist neuer Cheftrainer beim SSV Jahn. Christian Keller, Geschäftsführer Profifußball, begrüßte den Ex-Bundesligaprofi im Stadion. Bild: SSV Jahn Regensburg

Die Schweiz als Rettungsanker: Zuletzt holte Zweitligist 1. FC Nürnberg den Eidgenossen René Weiler als neuen Coach. Jetzt verpflichtete Drittligist Jahn Regensburg Christian Brand als neuen Trainer. Der ist zwar Deutscher, arbeitete aber zuletzt lange in Luzern.

Regensburg. (mr) Ein Himmelfahrtskommando als große Chance: Der SSV Jahn Regensburg selbst sei in einer sehr schwierigen Situation, sagte Christian Brand. "Aber ich kann hier alles gewinnen." Brand wurde am Dienstag beim Drittliga-Schlusslicht als Nachfolger des vor einer Woche entlassenen Alexander Schmidt vorgestellt. Mit dem Namen Brand hatte an der Donau niemand gerechnet. Der ehemalige Profi von Werder Bremen erhält bei den Regensburgern einen Vertrag bis Juni 2015. Sollte der Klassenerhalt in der dritten Liga noch gelingen, verlängert sich der Kontrakt des 42-Jährigen um ein Jahr.

Fünf Punkte Rückstand

Um dies zu erreichen, steht dem gebürtigen Niedersachsen aber jede Menge Arbeit bevor. Der SSV Jahn liegt bereits fünf Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz. "Mit fünf Punkten dahinter sind wir noch nicht total abgeschlagen", machte Brand Mut. Mit einem Sieg sei man wieder dran. Und den will er gleich am Samstag im schweren Heimspiel gegen Arminia Bielefeld holen. "Wir werden alles raushauen."

"Ein langer Prozess"

Brand hat aber bei der Videoanalyse der Spiele gesehen, dass seine junge Mannschaft total verunsichert ist. "Ist doch klar, nach nur 3 Siegen in 17 Spielen." Wichtig sei für ihn zunächst, "der Mannschaft ein sicheres Gerüst zu geben". Auf einen harten Abstiegskampf hat er sich schon eingestellt: "Das wird ein langer Prozess mit intensiver und detaillierter Arbeit bis Mai." Jahn-Vorstandschef Hans Rothammer versprach am Dienstag weitere Neuzugänge: "Wir haben die Mittel, die wir brauchen, um im Winter die Mannschaft zu verstärken."

Christian Keller, Geschäftsführer Profifußball, der nach der Talfahrt der Oberpfälzer in den vergangenen Wochen schwer in der Kritik steht, glaubt, mit Brand den idealen Fang gemacht zu haben: "Ich denke, er wird unsere Mannschaft erreichen." Brand sei ein "junger, gut ausgebildeter Trainer". Der neue Coach arbeitete zuletzt in der Schweiz. Dort trainierte er einige Wochen die Profimannschaft des FC Luzern. Zuletzt war er im Nachwuchsbereich tätig. Auf Brand, so Keller, sei er gekommen, weil er schon immer gute Kontakte in die Schweiz habe. Schon im Sommer, als er dann Alexander Schmidt verpflichtete, habe er auch an Brand gedacht. "Christian ist intelligent, dynamisch und unkonventionell. Er schafft es, unsere Mannschaft in die Spur zu bringen", erklärte Keller. Co-Trainer bleibt wie bisher Harry Gfreiter, als weiterer Assistent kommt Marcus Jahn hinzu. Torwarttrainer ist weiterhin Oliver Karl.

Der neue Trainer ist auch vielseitig interessiert. So absolvierte Brand nach der Profikarriere ein Volontariat bei der "Neuen Luzerner Zeitung". Zuletzt analysierte er nebenbei für "Spiegel Online" internationale Spiele. Beim SSV Jahn hoffen sie nun alle, dass Brand künftig in eigener Sache für positive Schlagzeilen sorgt.
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