Breite Unterstützung für Bewerbung 2024
Deutschlands Olympia-Traum lebt

Kaum haben sich die Befürworter einer deutschen Olympia-Bewerbung für die Spiele 2024 auf eine gemeinsame Strategie der Neutralität geeinigt, hat die erste Spitzenfunktionärin eine Präferenz für Berlin erklärt. DOSB-Vizepräsidentin Christa Thiel, zudem Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), erklärte im Duell zwischen Berlin und Hamburg die Hauptstadt zu ihrer Favoritin. "Unstreitig Berlin", sagte sie am Mittwoch der dpa. "Wir glauben, dass die Nachhaltigkeit in der Hauptstadt eine andere ist. Wir schätzen das Investitionsvolumen geringer ein. In Berlin sind deutlich mehr Sportstätten Olympia-tauglich."

Hörmann verstimmt

Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, reagierte verstimmt und wertete Thiels Äußerung als kontraproduktiv für das ambitionierte Großprojekt: "Wir alle sollten uns davor hüten, jetzt einen Wettkampf zwischen den beiden Städten zu schüren." Die Freude über die breite Unterstützung aus der Politik und dem deutschen Sport wollte sich Hörmann durch Thiel nicht verderben lassen: "Ich sehe uns auf einem sehr guten Weg. In der gesamten deutschen Sportfamilie ist beim Thema Olympia-Bewerbung eine deutliche Aufbruchstimmung zu spüren. Und auch in den beiden Städten ist bei vielen die Faszination deutlich erkennbar."

"Unterstützenswert"

Die Bundesregierung nannte den Plan "unterstützenswert", zumal er auch für die Wirtschaft sehr interessant sei. Innenminister Thomas de Maizière ließ mitteilen, eine Bewerbung stehe Deutschland gut zu Gesicht. Wenn man andere Städte und Länder kritisiere, sei es nicht schlecht zu zeigen, "dass man es mindestens genau so gut hinbekommt".

Die erwartete Replik der Gegner kam prompt. "Der DOSB zeigt sich lernunfähig und ignorant", hieß es in einer Mitteilung der Opposition aus Berlin. Das Bündnis NOlympia wolle "alles daran setzen, Berlin und Hamburg vor dem Olympischen Größenwahn zu bewahren". (N)Olympia Hamburg prangerte die Verschwendung von Steuergeldern an. Beide Bewerbungen sollen je 50 Millionen Euro kosten. Hörmann kündigte an, das Gespräch mit den Skeptikern zu suchen.
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