Brisante Derbys in der 2. Liga

Der neue Club-Trainer René Weiler hat keine leichte Aufgabe. Er soll die Nürnberger wieder in die Spur bringen und vor dem Abstieg retten. Bild: dpa

Bevor Tabellenführer Ingolstadt zum Derby nach Nürnberg reist und dort den neuen Club-Coach Weiler testet, steht in der 2. Liga das Verfolgerduell zwischen dem FCK und Darmstadt an. Auch auf dem Betzenberg steht ein Trainer im Mittelpunkt.

Verfolgerduell im Südwesten, Talfahrt gegen Höhenflug in Bayern: Mit zwei richtungsweisenden Nachbarschaftsduellen startet die 2. Fußball-Bundesliga am Wochenende in ihr Jahresendprogramm. Bei dem schwächelnden 1. FC Nürnberg geht es im Heimspiel gegen Tabellenführer 1. FC Ingolstadt nicht nur um wichtige Punkte im Kampf gegen die Drittklassigkeit. Der in der Länderspielpause neu verpflichtete Trainer René Weiler hofft auf ein positives Debüt bei den Franken. Auch auf dem Betzenberg steht ein Coach im Fokus, nämlich Kaiserslauterns Kosta Runjaic, der seinen Ex-Club SV Darmstadt vom Aufstiegs-Relegationsrang stürzen will.

Von Sentimentalitäten will der Trainer vor der Partie am Freitagabend (20.30 Uhr) nichts wissen. Auch wenn er in Darmstadt einst eine "lehrreiche Zeit" gehabt habe, gehe es am 14. Spieltag nur "ums Gewinnen und nicht um Erinnerungen". Mit einem Sieg würden die Lauterer in der Tabelle an den "Lilien" vorbeiziehen und könnten theoretisch sogar Fortuna Düsseldorf auf Rang zwei abfangen. Dafür muss aber ein hoher eigener Sieg und drei Tage später eine klare Heimniederlage der momentan so starken Fortuna gegen die SpVgg Greuther Fürth her.

Und schon die Begegnung gegen Aufsteiger Darmstadt verspricht Spannung, die Gäste jedenfalls wirken vor der nur rund 100 Kilometer langen Fahrt in die Pfalz nicht eingeschüchtert. "Wir werden mutigen Fußball spielen und versuchen, aus einer starken Defensive heraus Akzente nach vorne zu setzen", kündigte Trainer Dirk Schuster an.

Das mit der Defensive klappte in Nürnberg zuletzt überhaupt nicht, das hatte Neu-Coach Weiler schon bei seiner ersten Pressekonferenz in der vorigen Woche erkannt. Mit 24 Gegentoren stellt der Club die zweitschlechteste Abwehr der Liga - und ausgerechnet jetzt kommt der zweitstärkste Angriff nach Franken. "Ich freue mich auf Ingolstadt", sagte Weiler vor der Begegnung gegen den FCI am Sonntag (13.30 Uhr).

Großes Selbstbewusstsein

Bei dem in dieser Saison noch ungeschlagenen Tabellenführer ist das Selbstbewusstsein groß - kein Wunder, haben die Ingolstädter auswärts schon seit 19 Spielen nicht mehr verloren. "Wir wissen, dass wir irgendwann einmal wieder verlieren - aber nicht an diesem Wochenende", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl in dieser Woche bei Sky. Allerdings betonte er, dass ihm der Trainerwechsel beim FCN nicht so recht passe: "Wir wissen gar nicht, was auf uns zukommt." Trotzdem ist der Österreicher von einem Erfolg überzeugt, auch weil die Ingolstädter unter der Woche den bundesligaerfahrenen Tobias Levels als Ersatz für den verletzten Danny da Costa verpflichtet haben. In den verbleibenden Hinrundenpartien gegen schwere Gegner wie Nürnberg, Bochum, Leipzig und Kaiserslautern will Hasenhüttl "zeigen, dass es kein Zufall war, dass wir so lange ungeschlagen sind".

Große Durchhänger können sich die Ingolstädter in der spannenden 2. Liga nicht erlauben, zumal auch die Verfolger gegen momentan eher schwächelnde Gegner jeweils drei Punkte ins Visier genommen haben: Der 1. FC Heidenheim empfängt den SV Sandhausen (Freitag/18.30 Uhr), der Karlsruher SC spielt gegen Erzgebirge Aue und RB Leipzig tritt daheim gegen den FC St. Pauli (beide Sonntag/13.30 Uhr) an.
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