Brisantes Frankenderby

Die Fürther (grün-weiße Trikots) überrollten beim letzten Derby im August 2014 die Nürnberger im eigenen Stadion und siegten mit 5:1. Einen solchen Auftritt kann sich der Club am Sonntag nicht erlauben. Bild: dpa

Das älteste Derby des deutschen Fußballs bekommt seine 259. Auflage. Wurden zwischen Fürth und Nürnberg früher deutsche Meisterschaften ausgespielt, kämpfen nun beide gegen das Mittelmaß in der zweiten Liga. Strahlkraft und Brisanz hat die Partie aber allemal.

Drei Bundesliga-Aufstiege, ebenso viele Abstiege und einen DFB-Pokalsieg haben die Kicker des 1. FC Nürnberg seit der Jahrtausendwende bereits vollbracht. Ein Spiel beim verfeindeten Rivalen der SpVgg Greuther Fürth zu gewinnen, das gelang hingegen nicht. Diesen Fluch will der neunmalige deutsche Fußballmeister am Sonntag (13.30 Uhr) beim 259. fränkischen Derby endlich beenden. "Ich kenne den Stellenwert dieser Begegnung", sagte FCN-Trainer René Weiler am Freitag. "In diesem Derby ist viel Prestige, viel Feuer dabei. Darauf freuen wir uns."

Verheerende Club-Bilanz

Die Bilanz der Nürnberger in der jüngeren Vergangenheit ist verheerend. In den beiden einzigen Bundesliga-Derbys blieb der Club torlos (0:0 und 0:1), beim bis dato letzten Zweitliga-Gastspiel setzte es ein 1:5, und auch im Pokal konnte das vermeintlich kleine "Kleeblatt" dem Favoriten ein Bein stellen und diesen in der Spielzeit 2011/12 aus dem Wettbewerb werfen.

Der letzte Erfolg des FCN datiert aus dem November 2008. Gesucht werden neue Nürnberger Derby-Helden, am besten schon am Sonntag. "Es geht in Derbys um mehr als nur den Tabellenplatz. Man will das Spiel gewinnen und damit auch zeigen, wer der Platzhirsch ist", beschreibt der Nürnberger Neuzugang Georg Margreitter.

Auch der Fürther Trainer Stefan Ruthenbeck weiß um die Bedeutung der Partie. Nach lediglich einem Punkt aus den vergangenen drei Spielen und dem frühen Pokal-Aus plagen Ruthenbeck aber noch mehr Sorgen. Darum will er trotz aller Brisanz nüchtern auf den Vergleich mit dem Club blicken: "Es bringt nichts, wenn wir zwei Mal gegen Nürnberg gewinnen und dann in der Saison keinen Punkt mehr holen", sagte der 43 Jahre alte Trainer, der vor der Saison vom VfR Aalen verpflichtet wurde. Er versprach aber: "Meine Mannschaft wird brennen!"

FCN-Coach Weiler wartete in dieser Woche hingegen mit einer Überraschung auf. Er degradierte Jakub Sylvestr, Robert Koch und Neuzugang Stefan Kutschke - aus rein sportlichen Gründen, wie er betonte.

Wolf der neue starke Mann?

Nach zuletzt enttäuschenden Auftritten war im Umfeld der Nürnberger einmal mehr die Qualität des Kaders infrage gestellt worden. "Vor der Saison war Weiler mit dieser Mannschaft zufrieden", sagte Wolfgang Wolf. Für das wegweisende Duell fordert er "Kampf und Leidenschaft. Wir müssen uns auf die harte Derby-Gangart einstellen". Der ehemalige Nürnberger Trainer Wolf könnte mit dem bevorstehenden Abgang von Noch-Sportvorstand Martin Bader zum starken Mann im Verein werden.
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