Bundeskabinett verabschiedet den Entwurf des Anti-Doping-Gesetzes - DOSB begrüßt Entscheidung
Dopern droht das Gefängnis

Dopende Spitzensportler müssen in Deutschland bald Haftstrafen fürchten. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf des Anti-Doping-Gesetzes verabschiedet und stößt nach langer kontroverser Diskussion weitgehend auf Zustimmung mit dem Plan, auch das Selbstdoping und den Besitz von leistungssteigernden Mitteln streng zu ahnden.

"In Deutschland wurde seit Jahrzehnten über ein Anti-Doping-Gesetz gestritten. Ich bin froh, dass uns jetzt ein Durchbruch gelungen ist", erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas. "Dopern droht in Zukunft nicht mehr nur eine Wettkampfsperre, sondern im schlimmsten Fall auch das Gefängnis", unterstrich der SPD-Politiker.

Das Gesetz bündelt die bisherigen Rechtsvorschriften zur Dopingbekämpfung, die vor allem auf die Strafverfolgung von Hintermännern und kriminellen Netzwerken ausgerichtet waren. Mit dem Anti-Doping-Gesetz wird es den zu illegalen Mitteln greifenden Athleten selbst an den Kragen gehen. Geldstrafen und Gefängnisstrafen von bis zu drei beziehungsweise zwei Jahren können verhängt werden. Betroffen sind nur die rund 7000 Top-Athleten, die Mitglied in einem Testpool des nationalen Doping-Kontrollsystems sind oder durch den Sport "erhebliche Einnahmen" erzielen. Freizeitsportler sollen von den neuen Strafvorschriften ausgenommen werden.

Der Deutsche Olympische Sportbund begrüßte die Verabschiedung des Entwurfes, hat aber Bedenken gegen den Straftatbestand des Selbstdopings. Die Kritikpunkte werde der DOSB in die Anhörungen im Bundestag einbringen, kündigte Präsident Alfons Hörmann an. "Uns geht es dabei vor allem darum, dass das bewährte System der schnellen und internationalen urteilenden Sportgerichtsbarkeit durch die im Gesetz vorgesehenen Regelungen nicht gefährdet wird", erklärte Hörmann.
Weitere Beiträge zu den Themen: Straftat (812)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.