Bundesliga-Atmosphäre macht die "Löwen" heiß

Das Stadion wird brodeln. Über 60 000 Zuschauer werden beim Derby 1860 München gegen Nürnberg erwartet. Im Abstiegskampf muss das heimschwächste Zweitliga-Team unbedingt punkten.

Beim Kampf gegen den Absturz in die 3. Liga erlebt der TSV 1860 München noch einmal Bundesliga-Atmosphäre. Über 60 000 Zuschauer werden am Sonntag (15.30 Uhr) in die Allianz-Arena strömen, um die "Löwen" in der 2. Fußball-Bundesliga beim sportlichen Überlebenskampf gegen den 1. FC Nürnberg lautstark zu unterstützen. "Es ist doch das Geilste für jeden Fußballer, in einer vollen Hütte zu spielen", sagte Mittelfeldspieler Daniel Adlung.

Die Saisonrekordkulisse in der 2. Liga soll das heimschwächste Team nicht hemmen, sondern zusätzlich anstacheln. Es müsse für die Spieler eine Ehre sein, vor so vielen Zuschauern auflaufen zu können, sagte Trainer Torsten Fröhling: "Es wird im Stadion richtig was los sein." Er erwartet ein hartes, aber auch gutes Derby. Die Spieler müssten alles aus sich herausholen, "über den Punkt" gehen. "Wir brauchen Punkte und werden auf Attacke spielen", kündigte der schon dritte "Löwen"-Trainer in einer Saison an, die wenigstens mit einem kleinen Happy End aufhören soll: dem Klassenverbleib.

Bei einem Punkt Rückstand auf das Trio Fürth, St. Pauli und Aue haben die Sechziger die Rettung vor den letzten zwei Partien nicht mehr in der eigenen Hand. Die Konzentration muss aber den eigenen Hausaufgaben gelten. "Die vielen Zuschauer werden uns natürlich zusätzlich Ansporn geben", sagte 1860-Profi Dominik Stahl. Man dürfe nicht schon "wie die Prügelknaben einmarschieren", mahnte er.

Durch die Rückkehr von Krisztian Simon hat Fröhling wieder eine neue Option in der Offensive. Der 23 Jahre alte ungarische Angreifer habe eine Knieverletzung überwunden und werde zum Kader gehören, wie Fröhling ankündigte. Dafür fehlt Torjäger Rubin Okotie (13 Saisontreffer) nach der 5. Gelben Karte. "Volle Leidenschaft, Einsatz, Kampfgeist, all das wollen wir wieder zeigen", sagte Adlung.

Der 1. FC Nürnberg hat mit reichlich personellen Problemen zu kämpfen. Jürgen Mössmer fällt mit einem Knorpelschaden im Knie für vier Monate aus. Der Defensivspieler muss zudem an der Leiste operiert werden. Guido Burgstaller muss wegen seiner 5. Gelben Karte pausieren. Die Einsätze von Sebastian Kerk und Jan Polak sind wegen muskulärer Probleme offen.

In einem Derby zwischen Oberbayern und Franken gibt es grundsätzlich keine Geschenke. "Es ist nicht der Zeitpunkt für Experimente. Wir werden mit unserem besten Personal anreisen. Das würden wir auch erhoffen", sagte Weiler zum Abstiegskampf. Auch 10 000 lautstarke Club-Anhänger werden in München auf den Rängen erwartet.
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