Bundesliga-Start
Ancelottis große Lust

Bayerns Trainer Carlo Ancelotti gibt die Richtung vor: Die Bayern wollen im Auftaktspiel gegen Bremen gleich ein Offensivspektakel bieten. Bild: dpa

Die 54. Bundesligasaison eröffnet Meister Bayern gegen Werder Bremen. Es sind die führenden Teams der ewigen Tabelle. Seit Jahren ist der Klassiker aber eine klare Sache: Fünf Siege, 26:4 Tore lautet die Münchner Heimbilanz der letzten Jahre.

München. Carlo Ancelotti ist "sehr aufgeregt" vor seiner Bundesliga-Premiere. Das war dem neuen Trainer des FC Bayern 32 Stunden vor dem Anpfiff des Saisoneröffnungsspiels gegen Werder Bremen zwar nicht anzusehen, aber es sei so. "Ich bin immer nervös, vor dem Spiel, im Spiel und nach dem Spiel." Und der 57-Jährige betritt ja am Freitag (20.30 Uhr/ARD/Sky) Neuland. "Ich habe Lust, die Bundesliga zu beginnen", sagte Guardiolas Nachfolger.

Und sie zu gewinnen! Seinen Stars habe er zu den vier Titeln in Serie gratuliert. Aber er habe auch gleich Meisterschaft Nummer fünf am Stück gefordert. "Ich möchte ja nicht, dass gesagt wird, der FC Bayern hat es nicht geschafft, weil Ancelotti gekommen ist", sagte der Italiener, der seine ruhige Art mit Humor zu paaren versteht. Er wolle "keine Revolution" im Bayern-Spiel starten, aber seine persönliche Note soll von Anfang an erkennbar werden. Schneller zum Abschluss kommen, mehr Vertikalpässe, das ist sein Stil. "Wir wollen gut starten", lautet sein Wunsch. Da kommt Werder Bremen, der alte Bayern-Rivale, der seit Jahren in München die Bude voll bekommt, als Auftaktgegner wie gerufen: 5:0, 6:0, 5:2, 6:1, 4:1 lauteten die Torfestivals der letzten Jahre.

Einen Spaziergang zum fünften Titel nacheinander erwarten die Münchner aber nicht. "Wir werden große Konkurrenz haben", prophezeit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. An erster Stelle Borussia Dortmund, vielleicht auch Bayer Leverkusen. Werder Bremen scheidet als Bayern-Jäger aus. Die Stimmung an der Weser ist so mies, dass Sportchef Frank Baumann schon vor dem ersten Punktspiel Trainer Viktor Skripnik Rückendeckung geben muss. Pokal-Aus, verletzte Spieler und die latente Unzufriedenheit mit Skripnik im Umfeld lösen fast schon Angst vor der Bayern-Aufgabe aus. Die will Skripnik seinem Team mit einer verordneten Manndeckung nehmen. "Da bist du als Spieler im Fokus, du musst liefern. Gewinnst du den Zweikampf, dann pusht dich das. So kommst du aus der Angst raus", meinte der Ukrainer. Aber wer soll Tore schießen? Neuzugang Max Kruse (Knie-OP) und der noch nicht wieder fitte Ex-Münchner Claudio Pizarro scheiden für den Job aus.

Auch wenn die Bayern noch nicht in Bestform sein können, Ancelotti zudem noch einige verletzte Stars fehlen, könnte die Erfolgsmaschine gleich wieder angeworfen werden. Der aus Dortmund heimgekehrte Mats Hummels wird als Attraktion auflaufen, Europameister Renato Sanches als zweiter Top-Neuzugang nach überstandener Oberschenkelblessur zumindest schon mal auf der Bank Platz nehmen.

Ich bin immer nervös, vor dem Spiel, im Spiel und nach dem Spiel.Carlo Ancelotti
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