Bundestrainer setzt auf viel Erholung und Streicheleinheiten für die Sonntags-Verlierer
Löw plant "nach Gefühl"

Zeit bleibt Bundestrainer Joachim Löw diesmal nicht viel, die Nationalmannschaft auf die beiden nächsten Länderspiele einzustellen. Bild: dpa
Es fehlt zwar nur noch ein Punkt, aber die Abschluss-Mission in der EM-Qualifikation wird für Joachim Löw und seine Weltmeister zu einem ganz besonderen Kraftakt. Der Tag der Zusammenkunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Frankfurt (Main) stand noch ganz im Zeichen der aufregenden Liga-Duelle. Die Länderspiele am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in Dublin gegen Irland und drei Tage später in Leipzig gegen Georgien gerieten in der noblen Villa Kennedy zunächst in den Hintergrund. Die Eindrücke nach der krassen Niederlage von Borussia Dortmund im Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern und der Aussetzer von Länderspiel-Neuling Bernd Leno waren noch ganz frisch.

Dosierte Vorbereitung

"Die Spieler haben im Moment schon eine hohe Belastung, darauf stellen wir uns natürlich ein", erklärte Löw und kündigte bereits eine dosierte Vorbereitung auf den Quali-Doppelpack an: "Das entscheiden wir auch ein wenig nach Gefühl, wer muss regenerieren, wer braucht eine Pause, wer ist belastbar." Bis auf den Leverkusener Karim Ballarabi, der sich beim Frust-1:1 der Leverkusener gegen Augsburg an der Schulter verletzte, wurden alle Spieler zumindest ohne größere Blessuren beim Treff am Montagabend erwartet.

Spannung aufbauen

17 der 23 von Löw eingeladenen Spieler waren am Sonntag noch in wichtigen Spielen für ihre Clubs gefordert, allen voran je vier Münchner und Dortmunder beim Bundesliga-Spitzenspiel des FC Bayern gegen den BVB (5:1). Deshalb verordnet der Weltmeister-Coach dem Gros seines Kaders zunächst vor allem Erholung. "Die Spieler müssen erst zur Ruhe kommen, regenerieren am Dienstag, um am Mittwoch den Schlüssel zu haben, wie können wir wieder hochfahren und Spannung aufbauen", verriet Löw seinen Plan.

Die Konstellation ist für Löw vor seinem 125. Spiel als Bundestrainer "einmalig". Nie zuvor in seiner über neunjährigen Ära war die Vorbereitung auf ein Pflichtspiel so kurz und kompliziert zugleich. Nur sechs der 17 Sonntagsarbeiter stießen in der Main-Metropole als Sieger zum Nationalteam: Neben dem Bayern-Quartett Manuel Neuer, Jérome Boateng, Thomas Müller und Mario Götze kamen nur noch der Kölner Jonas Hector und Mesut Özil mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck. Bastian Schweinsteiger ging über 90 Minuten mit den Red Devils gegen seinen Auswahl-Kollegen Özil förmlich unter. Bayer-Torwart Leno unterlief ausgerechnet nach seiner Premieren-Nominierung ein kurioser Patzer. "Ich werde mir schon ein paar Sprüche anhören müssen", meinte Leno.

Komplizierter Termin

Dass sich angesichts des komplizierten Termins der permanent schlummernde Konflikt zwischen Nationalmannschafts- und Club-Interessen nun wieder entzünden könnte, hält Löw für unwahrscheinlich. "Ich sehe da insgesamt ein gutes Miteinander. Die Nationalmannschaft steht immer im Fokus. Das war vor der Weltmeisterschaft so und auch danach."
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