BVB zittert bis zum Schluss
Dortmund

Sportings Marvin Zeegelaar (links) kommt gegen Pierre-Emerick Aubameyang zu spät. Der Dortmunder schoss beim 2:1-Sieg auch das erste Tor. Bild: dpa
 
Sportings Marvin Zeegelaar (links) kommt gegen Pierre-Emerick Aubameyang zu spät. Der Dortmunder schoss beim 2:1-Sieg auch das erste Tor. Bild: dpa

Auch ohne zahlreiche Stammkräfte reicht es für den BVB zu einem Sieg in Lissabon. Dass die Defensive weiter schwächelt, bleibt da zweitrangig. Die Chancen aufs Weiterkommen in der Champions-League sind jetzt bestens.

Lissabon. Borussia Dortmund hat seiner Personalmisere getrotzt und einen großen Schritt Richtung Achtelfinale in der Champions-League gemacht. Auch ohne neun verletzte Profis gewann der BVB gegen Sporting Lissabon mit 2:1 (2:0) und verteidigte damit die Tabellenführung in der Gruppe F. Pierre-Emerick Aubameyang (9. Minute) und Julian Weigl (43.) sorgten im Estadio José Alvalade für den verdienten Sieg. Bruno Cesars Gegentor (67.) blieb ohne Auswirkungen.

"Wir müssen es jetzt zu Hause zu Ende bringen", meinte Sportchef Michael Zorc zur hervorragenden Ausgangssituation. Angesichts der vielen Ausfälle sei das Team zusammengerückt, lobte der Ex-Profi. "Man hat gesehen, dass jeder alles rausgeholt hat aus seinem Körper. Wir müssen mit der Art und Weise zufrieden sein." Ein deutlicheres Ergebnis sei realistischerweise kaum drin gewesen. "Man konnte nicht erwarten, dass wir das hier total souverän runterspielen."

Anfällig in Defensive


Die frühe Führung gab den Gästen zwar Selbstvertrauen, doch in der Defensive präsentierte sich Tuchels Mannschaft notorisch anfällig. Erst Weigl sorgte mit seinem Treffer für etwas Ruhe im Dortmunder Lager. Seinen Anteil daran hatte auch Referee Damir Skomina: Der Slowene hatte unmittelbar davor eine umstrittene Aktion des früheren Wolfsburgers Bas Dost gegen BVB-Torhüter Roman Bürki an der Grenze des Fünf-Meter-Raums abgepfiffen, den anschließenden Treffer von Sebastian Coates ließ er nicht gelten. Statt des Ausgleichs fiel wenig später das 2:0.

Mit zielgerichteten Angriffen brachten die Dortmunder die Portugiesen immer wieder in Bredouille, allein die Abschlussstärke fehlte ein ums andere Mal. Das galt speziell für Aubameyang, der in der ersten Halbzeit dreimal beste Möglichkeiten nicht verwerten konnte (18./34./36.), sich dafür aber gleich zum Auftakt einmal eiskalt präsentierte. In Sprintermanier überrannte der Gabuner zunächst Gegenspieler Ruben Semedo - und überwand dann mit einem punktgenauen Lupfer den verdutzten Keeper Rui Patricio.

Was folgte, waren Torraumszenen en masse auf beiden Seiten - und auch immer wieder enorm glückliche Momente für den BVB. Nach einem schnell vorgetragenen Angriff lief der Brasilianer Elias mit einem Mal Felix Passlack davon und auf Bürki zu - der Schweizer aber konnte retten. Und wenig später erneut jubeln: Aus Ferndistanz beobachtete er Weigls sehenswerten Schlenzer ins lange Eck.

Folgenschwerer Fehler


Nach der Pause agierte der BVB souveräner, bis ein folgenschwerer Fehler von Marc Bartra die Gastgeber wieder hoffen ließ. Ohne Not setzte der Verteidiger seinen Torwart mit einem miesen Rückpass unter Druck. Bürki blieb keine andere Wahl, als mit den Händen zum Ball zu gehen - den fälligen indirekten Freistoß aus acht Metern verwertete Bruno Cesar mit einem brachialen Schuss. Dortmunds Christian Pulisic (78.) vergab in einem heißen Schlussfinish mit einem Lattentreffer die Entscheidung - doch es reichte zum Sieg.
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