Champions-League
Schürlles Ansage nach toller leistung gegen Real

Nein, André Schürrle ist nicht grimmig, er schreit nur seine Freude heraus. Der Dortmunder Stürmer erwartet nach dem 2:2 gegen Real Madrid noch viel mehr von seiner Mannschaft. BIld: dpa

Welch ein Comeback, was für ein Treffer. Mit seinem späten Tor zum 2:2 gegen Real Madrid schoss sich Neuzugang André Schürrle in die Herzen der BVB-Fans. Das Remis gegen den Titelverteidiger bestärkt die neue Borussia in ihrem Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein.

Dortmund. Nach solch magischen Momenten hatte sich André Schürrle lange gesehnt. Mit geballter Faust und einem Kung-Fu-Kick gegen die Eckfahne feierte der Weltmeister vor der bebenden Südtribüne des Dortmunder Fußball-Tempels sein spätes Traumtor zum 2:2 (1:1) gegen Real Madrid. "Am Ende war es sehr emotional", sagte der BVB-Neuzugang sichtlich berauscht. Obwohl seine überwunden geglaubte Innenbanddehnung im Knie wieder Probleme bereitete, geriet Schürrle auch beim anschließenden Interview-Marathon ins Schwärmen: "Das wird unserer jungen Mannschaft helfen zusammenzuwachsen. Da wird noch mehr von uns kommen."

Nach eher unbefriedigenden Stationen in Leverkusen, Chelsea und Wolfsburg scheint der einstige Mainzer sein Glück gefunden zu haben. Beflügelt von der prickelnden Stadionatmosphäre, die Schürrle vor der Saison als einen der Hauptgründe für seinen Wechsel genannt hatte, beförderte er den Ball nur drei Minuten vor dem Ende mit immenser Wucht unter die Latte ins gegnerische Tor. Das traumhafte Comeback nach gut zweiwöchiger Verletzungspause bestärkte ihn in seinem Glauben, mit seiner Unterschrift beim BVB alles richtig gemacht zu haben. "Vom ersten Tag an hat alles richtig gepasst. Ich fahre jeden Morgen mit einem Lächeln zum Training."

Nach Real-Toren von Cristiano Ronaldo (17.) und Raphael Varane (68.) schien die Partie für den mutigen BVB verloren - bis zum großen Auftritt von Schürrle. Der Treffer seines in der 58. Minute eingewechselten Jokers bereitete vor allem Thomas Tuchel Freude. Schließlich hatte der Fußball-Lehrer die Dortmunder Vereinspitze im Sommer davon überzeugt, 30 Millionen Euro für Schürrle an Wolfsburg zu überweisen. Der schon in der Mainzer Jugend von Tuchel betreute Profi ist auf gutem Weg, dieses Vertrauen zurückzuzahlen. "André ist ein Spieler, der einen engen Bezug zum Trainer braucht, um seine beste Leistung zu zeigen", sagte Tuchel, "ich bin sehr froh, dass ihm dieser Treffer gelungen ist."

Schürrle ist damit der erste deutsche Spieler, der für vier verschiedene Clubs in der Champions-League traf. Sein Schuss ins Glück gegen Real war der Lohn für einen starken Auftritt seines Teams. Ohne Respekt vor großen Namen wie Ronaldo, Toni Kroos und Gareth Bale kombinierten Tuchels Jungspunde phasenweise nach Herzenslust.

Besondere Fortbildung


Den Auftritt wertete der Coach als Fortbildung der besonderen Art: "Wir wollten heute auf diesem Niveau ausprobieren, ob wir die gleiche Schlagzahl, das gleiche Tempo spielen können wie in der Bundesliga. Phasenweise ist uns das gelungen."

Das wird unserer jungen Mannschaft helfen zusammenzuwachsen. Da wird noch mehr von uns kommen.André Schürrle nach dem 2:2 gegen Real Madrid
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