Chaos in Stuttgart
Nur noch ein Wunder kann helfen

Die Fans stürmten nach der Heimpleite der Stuttgarter den Rasen. Christian Gentner (rechts) stellte sich den Anhängern. Die Lage war aber zeitweise bedrohlich. Bild: dpa

Stuttgart. Schon am Tag nach dem chaotischen Platzsturm herrschte beim VfB Stuttgart wieder triste Normalität. Knapp 50 Anhänger verfolgten bei strahlendem Sonnenschein das Auslaufen ihrer Mannschaft, die kurz vor dem Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga steht. Anstelle von wütenden Protesten gab es am Sonntag Wünsche nach Selfies und Autogrammen, niemand mochte sich anscheinend mehr über den sportlichen Absturz aufregen. Die Szene spiegelte das Bild eines Vereins, in dem wohl nur noch die größten Optimisten an den theoretisch noch möglichen Klassenverbleib glauben, wider.

"Das ist alles nicht spurlos an uns vorbeigegangen", beteuerte Sportvorstand Robin Dutt mit Blick auf die Szenen nach dem 1:3 gegen den FSV Mainz 05. Hunderte wütende Anhänger hatten sich auf dem Rasen versammelt und den Dialog mit der Mannschaft gefordert. "Dass Wut und Enttäuschung der Fans groß sind, kann man verstehen", meinte Dutt. "Es geht jetzt nicht nur um die theoretische Chance, es geht auch um Anstand und Ehre."

Am Vortag hatten sich VfB-Urgestein Christian Gentner und der von den Anhängern verehrte Kevin Großkreutz mutig den wütenden Fans gestellt. Der Kapitän und der erst im Winter verpflichtete Hoffnungsträger versuchten die auf den Platz gestürmten Anhänger zu beruhigen, die vor der Haupttribüne und dem Spielertunnel für Aufruhr und Chaos sorgten.

Nach der fünften Niederlage in Serie gerät der 16. Platz mit den Entscheidungsspielen außer Reichweite. Allerdings: Bei einem Sieg in Wolfsburg und einer Heimniederlage von Bremen gegen Frankfurt schafft es der VfB auf Platz 16 - oder wenn er sechs Tore auf Frankfurt gutmacht.
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