Chile jubelt, Qual für Messi

Die Chilenen feierten ausgelassen den 4:1-Sieg bei der Copa America gegen Argentinien. Bild: dpa

356 Tage nach dem WM-Finale steht Lionel Messi wieder als tieftrauriger Verlierer da. Er scheitert mit Argentinien im Copa-Finale an Gastgeber Chile. Die neue Macht in Südamerika genießt den Moment, das ganze Land feiert seine Elfmeter- und Titelhelden.

Lionel Messi blickte mit versteinerter Miene zu den ausgelassen jubelnden Chilenen. Ein Jahr nach dem verlorenen WM-Finale von Rio de Janeiro gegen Deutschland schlich der viermalige Weltfußballer auch im Stadion von Santiago ohne Pokal, ohne Titel vom Platz. Der Gang mit der Medaille für den zweiten Platz um den Hals vorbei an der Siegertrophäe wurde für den 28-Jährigen zur Qual. Nicht Argentinien, sondern Copa-América-Gastgeber Chile krönte sich am Samstag (Ortszeit) zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Messi traf zwar nach 120 torlosen Minuten vom Punkt, am Ende aber stand es 1:4 im Elfmeterschießen.

Schon 22 Jahre zurück

Argentinien steht damit schon wieder mit leeren Händen da. 2004 verlor die Mannschaft im Finale der Regionalmeisterschaft im Elfmeterschießen gegen Brasilien, da war Messi noch nicht dabei. 2007 unterlag Argentinien mit dem Wunderfußballer erneut gegen Brasilien. Dann das WM-Endspiel gegen Deutschland, nun das Finale gegen Chile. "Alptraum II" schrieb die argentinische Sportzeitung "Olé. "Nächstes Finale, nächster Frust", meinte "La Nación". "Es ist eine Tortur, ich habe keine Erklärung dafür", sagte Javier Mascherano.

Der letzte Titel für die A-Nationalmannschaft Argentiniens liegt 22 Jahre zurück (Copa América). Chile dagegen stillte seine Sehnsucht nach dem ersten großen Championat. Zu verdanken hatte es "La Roja" vor allem auch Messis und Mascheranos Clubkameraden Claudio Bravo.

Der vierte Titel

Der Torwart und Kapitän schmückte sich nach dem Triple mit dem FC Barcelona nun mit dem vierten Titel. Bravo parierte vor 48 000 Zuschauern im ausverkauften Estadio Nacional den Versuch von Éver Banega. Zuvor hatte Gonzalo Higuaín den Ball in den Abendhimmel gejagt. Den Elfmeter zum Sieg verwandelte Ex-Barça-Profi Alexis Sanchez mit einem lässigen Kullerball. Danach gab es für die Chilenen auf dem Rasen, auf den Rängen und im ganzen Land kein Halten mehr. Rote Fahnen, rote Trikots allerorten. "Ich habe immer davon geträumt, diesen Pokal eines Tages hochzuhalten", betonte Bravo. Trainer Jorge Sampaoli - ein Argentinier - wollte den Moment mit seinen Spielern einfach nur auskosten.
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