Club-Coach Weiler völlig geschockt nach der Pleite in Freiburg - Möhwald: "Kindergarten-mäßig"
"So kann man sich nicht präsentieren"

Ein Bild mit Symbolcharakter: Der Freiburger Tim Kleindienst nimmt den Nürnberger Ondrej Petrak (weißes Trikot) auf die Hörner. Der Club ging im Breisgau mit 3:6 unter. Bild: dpa
Nach einer ersten Fassungslosigkeit fanden die Nürnberger schnell zu klaren Worten. "Das war ein kleiner Fußball-Alptraum", resümierte Trainer René Weiler nach der 3:6 (1:4)-Klatsche zum Zweitliga-Start am Montagabend beim SC Freiburg. "So kann man nicht verteidigen, so kann man nicht auftreten." Drei Gegentore in der ersten Viertelstunde, haarsträubende Abwehrpatzer, und nur ein kurzer Hoffnungsschimmer nach der Pause: Nach dem völlig verpatzten Auftakt stehen die Franken bei ihrer Mission Rückkehr in die Bundesliga gleich von Beginn an gehörig unter Druck.

Coach Weiler bemühte sich nach der Vorstellung im Breisgau redlich, nach vorne zu blicken und zumindest etwas Optimismus zu finden. "Der Vorteil ist, dass es am Freitag wieder weitergeht und wir es schnell besser machen können", sagte er. Beim ersten Heimspiel empfängt der Club in dieser Woche den 1. FC Heidenheim. "Ich hoffe, dass wir da anders auftreten", sagte Mittelfeldroutinier Jan Polak.

Petersens Rekord-Hattrick

Denn nach einer inakzeptablen Anfangphase schien die Partie in Freiburg früh entschieden. Nils Petersen mit einem Rekord-Hattrick innerhalb von fünf Minuten (8./11./13. Minute) sorgte für einen ersten Schock. "Bevor wir auf dem Platz standen, stand es schon 3:0 für den Gegner", haderte Torwart Thorsten Kirschbaum. Der frühere Nürnberger Mike Frantz (41.) setzte vor der Pause noch einen drauf. Dann aber kamen die Gäste überraschend durch Tore von Kevin Möhwald (44.), Hanno Behrens (47.) und einen Foulelfmeter von Alessandro Schöpf (53.) auf 3:4 heran. "Das Positive ist, dass die Mannschaft Moral bewiesen hat und das Spiel nach 60 Minuten auf einmal wieder offen war, sogar auf der Kippe stand", sagte Weiler.

Weil aber Neuzugang Möhwald vor dem 3:5 von Maximilian Philipp (61.) patzte ("kindergartenmäßig verhalten") und Freiburgs Kapitän Julian Schuster in der Nachspielzeit noch das sechste Tor erzielte, stand am Ende die krachende Pleite zu Buche. "Das war trostlos", fand Polak.

Zu allem Überfluss kassierte Dave Bulthuis wegen Beleidigung von Schiedsrichter Tobias Stieler auch noch die Rote Karte (84.). Am Montag wurde er daraufhin für ein Spiel gesperrt. "Wir haben vier Wochen auf diesen Tagen hingearbeitet - das ist doch Scheiße", schimpfte Kirschbaum und kriegte sich selbst vor dem TV-Mikrofon kaum noch ein. "Das ist natürlich zum Kotzen."

"Nichts beschönigen"

Dass der Gegner der Nürnberger immerhin ein Bundesliga-Absteiger und einer der großen Favoriten auf den Aufstieg ist, ließ Weiler als Entschuldigung nur partiell gelten. "Wir können selbstverständlich nichts beschönigen", sagte Weiler, "So kann man sich natürlich nicht präsentieren. Es geht nicht, in der 2. Liga so zu verteidigen."
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