Da gibt's keine Geheimnisse

Die Entfernung zwischen Amberg und Weiden? Gut 40 Kilometer. Fußballerisch liegen auch keine Welten zwischen dem FCA und der SpVgg SV, aber seit dem Aufstieg der Amberger ist die Kluft schon etwas größer geworden. Am Dienstag haben die Weidener im Pokal aber die Chance, den alten Rivalen etwas zu bremsen.

Amberg/Weiden. (mr) In geheimer Mission unterwegs? Als Spion? "Nein", lacht Andreas Wendl, "ich hatte keinen Auftrag vom Trainer zu spionieren." Am Freitagabend saß Andreas Wendl auf der Tribüne, als sein Ex-Klub FC Amberg beim SSV Jahn Regensburg spielte, vor 12 600 Zuschauern. Natürlich ließ er sich das Oberpfälzer Fußball-Spektakel nicht entgehen, schließlich wohnt er in Regensburg und studiert an der Universität auf Lehramt Gymnasium für Latein und Sport.

Am Dienstag trifft Wendl mit seinem Klub SpVgg SV Weiden um 19 Uhr am Wasserwerk in der 2. Runde des BFV-Pokals auf eben diesen FC Amberg. "Natürlich kenne ich einige der Amberger Jungs sehr gut", sagt Wendl. Zu Michael Plänitz, Andreas Graml oder auch Thomas Schneider, der vor der Saison von der Naab an die Vils gewechselt ist, ist der Kontakt noch sehr gut. Die Derbys zwischen beiden Klubs verursachen bei ihm kein allzu großes Kribbeln mehr. "Aber sie sind natürlich etwas Besonderes", meint Wendl, der bei der SpVgg SV in seine vierte Saison geht. Die Entwicklung des Regionalliga-Aufsteigers aus Amberg verfolgt er immer noch intensiv: "Da wächst was", sagt er anerkennend. Aber jetzt zählt nur Weiden. Und da wird's nach dem holprigen Start in die Bayernliga-Saison besser. "Wir hoffen natürlich, dass der Sieg in Seligenporten der Wendepunkt war", erklärt der Innenverteidiger. "Jetzt muss bei uns noch Konstanz rein." Am besten schon gegen den FC Amberg. Den hält er als Regionalligisten natürlich für den Favoriten, "aber wir sind sicherlich nicht chancenlos", verspricht Wendl einen Pokalfight.

Den erwarten die Amberger auch. Der FC macht sich aber auch nicht kleiner, als er ist: "Der, der höherklassig spielt, ist immer Favorit", sagt Trainer Timo Rost. "Da wehren wir uns auch nicht dagegen." Der Regionalligist kommt hochmotiviert zum Bayernligisten. Rost: "Im vergangenen Jahr hatte der Aufstieg Priorität, dieses Mal nehmen wir den Pokal viel ernster." Natürlich lockt auch die Amberger die erste DFB-Pokalrunde. "Die Weidener haben uns ja vergangene Saison vorgemacht, was möglich ist", blickt Ex-Profi Rost nochmal zurück. Im Mai hatte die SpVgg SV erst im bayerischen Toto-Pokalfinale im Elfmeterschießen gegen die SpVgg Unterhaching verloren.

Rost wird in Weiden keinem Spieler aus der zweiten Reihe eine Chance geben. Denn: "Wir haben keine zweite Reihe." Alle im Kader hätten den gleichen Stellenwert. Gut möglich, dass aber die zuletzt angeschlagenen Andreas Graml und Benjamin Werner beginnen werden. Und natürlich hofft auch Thomas Schneider auf einen Startelf-Einsatz. Der Mittelfeldmann aus Mähring (Kreis Tirschenreuth) war erst vor der Saison von Weiden nach Amberg gewechselt. "Am Montag habe ich noch mit Andreas Wendl telefoniert", erzählt der Mittelfeldmann. Der Kontakt zu seinen Ex-Kollegen aus Weiden ist bestens. Dennoch will er sie besiegen. "Ich hoffe, dass ich spiele." Er sagt aber auch: "Bei unserem Kader sitzen immer viele gute Spieler auf der Bank." Beim wichtigen Spiel in Regensburg stand Schneider auf jeden Fall in der Anfangself, oben schaute Kumpel Wendl zu.

Tipps über die Weidener, bei denen Raphael Wodniok, Dennis Lobinger und Josef Rodler ausfallen, hat FC-Coach Rost von Schneider noch nicht erfragt. "Ich glaube, die braucht er nicht", sagt der Mittelfeldmann. Spione sind vor diesem Derby nicht mehr nötig. Man kennt sich bestens.
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