Da waren es nur noch fünf

Das Fifa-Wahlkomitee hat vorerst nur fünf Bewerber zur Kür des Nachfolgers von Joseph Blatter zugelassen. Der Liberianer Musa Bility ist nicht dabei. Über die Ambitionen von Michel Platini wird erst später entschieden.

Im Kampf um die Nachfolge von Joseph Blatter als FIFA-Präsident ist ein weiterer Anwärter aus dem Rennen. Das Ad-hoc Wahlkomitee des Fußball-Weltverband ließ vorerst nur fünf Bewerber zur Kür am 26. Februar in Zürich zu und verwehrte gleichzeitig Musa Bility die Kandidatur. Das teilte die Fifa am Donnerstag mit.

Der Verbandspräsident aus Liberia sei durch den Integritätscheck der Fifa-Ethikkommission gefallen. Die genauen Gründe sollen aus "Gründen des Persönlichkeitsschutzes" nicht genannt werden. Bility kann gegen die Entscheidung Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen.

In einer ersten Reaktion führte Bility die Entscheidung mit einer Sperre durch Afrikas Fußballverband CAF im Jahr 2013 zurück. Damals hatte er angeblich vertrauliche Dokumente in einem Rechtsstreit gegen CAF-Präsident Issa Hayatou verwendet, um die Herrschaft des Verbandschefs zu beenden. Bility wies vor diesem Hintergrund den Beschluss der Fifa zurück. Sein damaliger Kampf gegen den CAF sei gerechtfertigt gewesen. Nun wolle er mit seinen Anwälten eine Berufung gegen die Fifa-Entscheidung prüfen.

Der Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein, Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino, der Franzose Jérôme Champagne, der asiatische Verbandschef Scheich bin Ibrahim Al Chalifa und Tokyo Sexwale aus Südafrika wurden zur Wahl zugelassen.

Über die Bewerbung von Michel Platini wurde noch nicht befunden. Der Integritätscheck kann bei dem Franzosen derzeit nicht durchgeführt werden, weil der Chef der Europäischen Fußball-Union momentan von den Fifa-Ethikhütern für 90 Tage gesperrt ist. Sollte der Bann vor der Wahl aufgehoben werden oder auslaufen, entscheidet das Wahlkomitee, wie mit ihm weiter verfahren wird.

Das Wahlkomitee hatte bereits der Kandidatur des früheren Profis David Nakhid aus Trinidad und Tobago die Anerkennung verweigert, weil er die Stimme eines Verbands eingebracht hatte, der auch einen weiteren Bewerber unterstützt. Die Kandidaten mussten die Unterstützung von mindestens fünf Fifa-Mitgliedsverbänden nachweisen.

Menschenrechtsorganisationen verurteilten die Zulassung von Scheich Al Chalifa für die Wahl. Seiner Familie wird vorgeworfen, an der Niederschlagung der Anti-Regierungsproteste im Bahrain beteiligt gewesen zu sein. Die Entscheidung des Wahlkomitees habe daher "das verbliebene Vertrauen in die Fifa und die Integritätsprüfung der Ethikkommission ernsthaft beschädigt", hieß es in einer Mitteilung.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.