Das 0:0 gegen Schachtjor Donezk genügt den hohen Ansprüchen der Münchener nicht
"Das ist noch nicht Bayern"

Da half auch keine Diskussion: Referee Alberto Undiano Mallenco zeigte dem Münchener Xabi Alonso in der 66. Minute die Gelb-Rote Karte. Bild: dpa
Der Vorab-Verzicht aufs Bankett erwies sich als weise Entscheidung. Die Bayern waren nach dem tristen 0:0 gegen Schachtjor Donezk nicht in Feierlaune. Sie wollten nur noch so schnell wie möglich weg aus der Ukraine. Nur vier Stunden nach dem Abpfiff in Lwiw landete die Charter-Maschine mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister um 2.35 Uhr in der Nacht zum Mittwoch wieder in München: Spieler, Trainer und Verantwortliche eilten müde nach Hause nach einer außergewöhnlichen Champions-League-Reise, die die eigenen hohen sportlichen Erwartungen nicht erfüllt hatte.

Nicht zufrieden

"Das ist kein Wunschergebnis. Wir hätten es uns leichter machen können für das Rückspiel", bilanzierte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Achtelfinal-Hinspiel. "Nein, zufrieden sind wir nicht", erklärte auch Weltmeister Mario Götze: "Wir wollten uns eine bessere Ausgangssituation schaffen als die, die wir jetzt haben."

Unter anderem hatte am Dienstagabend in der ausverkauften EM-Arena von Lwiw das in den K.-o.-Runden besonders wertvolle Europacup-Auswärtstor gefehlt. Darum sprach auch Sportvorstand Matthias Sammer von einem durchaus "gefährlichen Resultat" für die entscheidende zweite Partie in drei Wochen in München.

Höhepunkt der Ärgernisse in einem nicklig und hart geführten Kampfspiel war die Gelb-Rote Karte für Jubilar Xabi Alonso, der in seinem 100. Champions-League-Spiel in der 66. Spielminute nach wiederholtem Foulspiel vom Platz flog. Die Kritik der Bayern entzündete sich nicht nur wegen dieser Entscheidung darum vor allem an Alberto Undiano Mallenco. "Der Schiedsrichter war eine einzige Katastrophe", klagte Rummenigge. Auch Trainer Pep Guardiola erklärte seinen spanischen Landsmann zum großen Spielverderber: "Die zweite Halbzeit können wir nicht kommentieren, weil der Schiedsrichter entschieden hat, dass wir zehn gegen elf spielen."

Die Bayern-Formkurve 2015 bleibt rätselhaft. Drei von fünf Pflichtspielen wurden nicht gewonnen, auf die 8:0-Gala gegen den HSV folgte das 0:0 in Lwiw. "Champions-League ist schon schwieriger als Bundesliga", betonte Rummenigge zwar. Aber auch dem Boss war das Gebotene gerade in der zweiten Hälfte "ein Stück zu wenig".

Wie Verschiebebahnhof

Guardiola verblüfft weiterhin mit raschen Personal- und Systemwechseln, das Team wirkt bisweilen wie ein permanenter Verschiebebahnhof. Gegen Schachtjor orientierte sich Guardiola mal extrem am Gegner. "Wir haben ihre Konter kontrolliert, das war das wichtigste", resümierte der Coach. Der flinke David Alaba spielte überraschend neben Jérome Boateng in der Innenverteidigung. Torjäger Robert Lewandowski rotierte auf die Bank.
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