Das Duell der Tormaschinen

In der Saison 2013/2014 stürmten und jubelten Robert Lewandowski (rechts) und Pierre-Emerick Aubameyang gemeinsam für Borussia Dortmund. Am Sonntag im Spitzenspiel in München sind beide auf verschiedenen Seiten auf Torejagd. Bild: dpa

Deutschland schaut gespannt nach München: Das Topspiel Bayern gegen Dortmund bietet schon im Vorfeld Stoff für große Fußball-Geschichten. Tuchel fordert erstmals als BVB-Coach Guardiola heraus, Lewandowski und Aubameyang bitten zum Wettschießen.

Es ist schon verrückt: Von einem Endspiel am 8. Spieltag zu sprechen, ist normalerweise Unsinn. Und doch fühlt sich das Bundesliga-Topspiel des FC Bayern gegen Borussia Dortmund an diesem Sonntag (17.30 Uhr) exakt so an. Bei einem Heimsieg würden die übermächtigen Bayern nicht nur ihren eigenen Bundesliga-Startrekord von acht Siegen aus der Triple-Saison 2012/13 einstellen, auch der Vorsprung auf den BVB würde bereits auf sieben Punkte anwachsen. Im Titelkampf wäre damit eine weitere Langeweile-Saison programmiert. "Ich denke, ganz Fußball-Deutschland schaut sehr gespannt Richtung Sonntag", sagte Weltmeister Thomas Müller, der ein "Gipfeltreffen vom Allerfeinsten" in der mit 75 000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena anmoderierte. "Für die Spannung wäre es nicht schlecht, wenn Bayern nicht gewinnen würde", meinte Ruheständler Ottmar Hitzfeld, der als Trainer mit Bayern und Dortmund deutscher Meister wurde.

Wenn einer den Titelverteidiger in dieser Saison ärgern kann, dann der von Thomas Tuchel wiederbelebte BVB, der noch unter der Regie von Jürgen Klopp immerhin vier der letzten sieben Pflichtspiele in München gewinnen konnte. Trotzdem wagte Borussen-Boss Hans-Joachim Watzke keine lauten Kampfansagen: "Wir sahen und sehen uns nicht als Bayern-Jäger", sagte er der "Bild".

Vieles spricht für einen Bayern-Sieg, angefangen bei der Formkurve, die beim BVB mit zuletzt zwei Unentschieden abfiel, bis hin zu einer optimalen Spielvorbereitung. Am Mittwoch konnten Bayern-Torjäger Robert Lewandowski und seine Kollegen entspannt auf dem Oktoberfest auf das 5:0 in der Champions-League gegen Dinamo Zagreb anstoßen.

Schonung gegen Zagreb

Und am Donnerstag hatten die Münchner Stars frei, während für die Dortmunder Profis das Europa-League-Spiel bei PAOK Saloniki auf dem Programm stand. Die Bayern hatten mit der Kräfteschonung schon in der zweiten Hälfte des Zagreb-Spiels begonnen, schalteten einen Gang zurück. Selbst der Ausfall von Franck Ribéry und Arjen Robben, der normalerweise vor Dortmund-Spielen ein großes Thema wäre, wird in Zeiten des am Fließband treffenden Lewandowski und angesichts des neuen Flügel-Giganten Douglas Costa in München aktuell ausgeblendet. Am Sonntagabend kommt es auch zu einem großen Torjäger-Duell. Zehnmal hat Topschütze Lewandowski in der Liga getroffen, neunmal BVB-Knipser Aubameyang. Beide trafen auch beim letzten Duell in München Ende April, als sich die Bayern in einem kuriosen Elfmeterschießen gleich vier Fehlschüsse vom Punkt erlaubten und den Einzug ins DFB-Pokalendspiel verpassten.

Lewandowski will seinen "wieder sehr guten" Ex-Club beim Wiedersehen keinesfalls verschonen. "Ich freue mich, wenn ich Tore gegen Dortmund schießen kann und hoffe, dass wir gewinnen werden", sagte der polnische Nationalspieler im Stadion-Magazin.
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