Das Projekt Großalbanien
Hintergrund

Belgrad.(dpa) Die Landkarte mit den Umrissen eines Großalbaniens hat die einheimischen Zuschauer beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien in Belgrad am Dienstagabend in Wut versetzt. Das Projekt, das von den USA und der EU strikt abgelehnt wird, verlangt die Vereinigung aller Albaner auf der Balkanhalbinsel. Außer der drittstärksten Kosovo-Partei "Vetevendosje" (Selbstbestimmung) verfolgt keine Albanerpartei dieses politische Ziel.

Chefideologe dieser Idee ist der Philosoph Koco Danaj in Tirana. Im vorigen Jahr hatte er eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel gestartet, eine Million Unterstützer zu gewinnen. Was aus der Aktion geworden ist, ist nicht bekannt.

Großalbanien umfasst neben der Republik Albanien und der Republik Kosovo das südserbische Presevotal mit seiner lokalen albanischen Mehrheit sowie den Westen Mazedoniens mit einer ebenfalls regionalen Mehrheit der Albaner sowie Teile Montenegros und sogar Nordgriechenlands. Die Bevölkerung in einem solchen Staatsgebilde würde bis zu knapp sechs Millionen Menschen ausmachen.

SC Freiburg verteidigt Mitrovic

Belgrad.(dpa) Nach dem Abbruch des EM-Qualifikationsspiels zwischen Serbien und Albanien hat Bundesligist SC Freiburg seinen serbischen Fußballprofi Stefan Mitrovic in Schutz genommen. Mitrovic hatte am Dienstagabend eine Drohne mit einer großalbanischen Flagge, die über dem Rasen in Belgrad flog, an sich gerissen. Daraufhin waren in der 42. Minute der Partie albanische Spieler auf ihn losgegangen. Zudem stürmten aufgebrachte serbische Zuschauer auf das Spielfeld, die Begegnung wurde daraufhin abgebrochen.

"Stefan hat das gemacht, was jeder Spieler machen würde, denn jeder ärgert sich doch, wenn der Fußball durch politische Dinge unterbrochen wird", sagte Freiburgs Präsident Fritz Keller. "Es hat sicher kein nationalistischer oder böser Gedanke dahinter gesteckt. Wir werden Stefan schützen, weil wir uns keinen anderen Hintergrund vorstellen können", erklärte Keller.

Fußball

Bayern-Profi Thiago erneut verletzt

München.(dpa) Der spanische Nationalspieler Thiago (23) bleibt vom Pech verfolgt. Der Mittelfeld-Profi des deutschen Fußballmeisters FC Bayern München hat sich im Training einen Teilriss des Innenbandes am rechten Knie zugezogen. Er wird längerfristig ausfallen.

Thiago hatte erst in der vorigen Woche nach seiner schweren Innenbandverletzung ein Comeback gefeiert. Im März hatte der Mittelfeldregisseur gegen 1899 Hoffenheim sein bis dato letztes Spiel für die Münchner absolviert.
Weitere Beiträge zu den Themen: FC Bayern (6868)Oktober 2014 (9310)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.