Das Versehen des Schlitzohrs

Thomas Müller trifft, wie er will: So ein kurioses Tor wie in Piräus wird dem Weltmeister aber so schnell nicht mehr gelingen. Bild: dpa

Die deutschen Teams haben am zweiten Tag der Champions-League-Woche überzeugt. Bayern gewann 3:0 in Piräus und freute sich wieder einmal über Schlitzohr Thomas Müller. Leverkusen holte sich beim 4:1-Erfolg gegen Borissow Selbstvertrauen für das Spiel in Dortmund.

Beim Sieg der Bayern in Piräus war Thomas Müller wieder einmal der Matchwinner. Er erzielte in der 52. Minute das 1:0 und nach dem Joker-Tor des eingewechselten Mario Götze (89.) erhöhte der 26 Jahre alte Angreifer in der Nachspielzeit sein Trefferkonto in der Königsklasse per Foulelfmeter auf 30. "Er scored unglaublich - und das nicht nur in dieser Saison, sondern über Jahre, ob in der Nationalmannschaft oder beim FC Bayern", schwärmte Philipp Lahm.

Symptomatisch für den famosen Lauf des Angreifers war das kuriose 1:0, das Schlitzohr Müller in "einer ehrlichen Version" als Versehen schilderte. Von der rechten Außenlinie wollte der 26-Jährige eine "sehr scharfe Flanke" auf Robert Lewandowski schlagen. Der Ball sei ihm jedoch "klassisch abgerutscht", doch je länger er in der Luft war, umso gefährlicher sei die Flugbahn geworden. "Dann habe ich staunend hinterhergeschaut. Am Ende war der Ball drin, das war schon glücklich."

"Es ist immer wichtig, dass man in die Gruppenphase gut reinkommt", sagte Karl-Heinz Rummenigge beim nächtlichen Bankett nach dem Spiel. "Das habt ihr gut gemacht. Bravo!", rief der Vorstandsvorsitzende um kurz nach ein Uhr den Spielern zu. "Wahnsinnig gut!", lobte sogar Trainer Pep Guardiola, der stolz auf die beendete Siegesserie von Olympiakos im gefürchteten Karaiskakis-Stadion verwies. "Ich weiß, für die Leute ist es normal, als FC Bayern in Piräus zu gewinnen. Für mich ist es das nicht. Man muss nur schauen, wie Atlético Madrid, Juventus Turin und Malmö hier gespielt haben", sagte der Spanier und erinnerte damit an die Niederlagen des Trios in der vergangenen Saison.

Reise geht nach oben

Die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen waren nach dem Sieg gegen Borissow ebenfalls zufrieden. Mit dem erfolgreichen Auftakt in der Königsklasse soll auch die jüngste 0:1-Pleite in der Bundesliga gegen Darmstadt abgehakt sein. "Borissow war für uns eine Standortbestimmung, um nach dem vergangenen Wochenende zu sehen, wohin die Reise geht. Und die Reise geht nach oben", meinte Michael Schade.

Ob Lars Bender gegen den BVB am Wochenende dabei sein kann, ist noch unklar. Der Bayer-Kapitän erlitt eine starke Oberschenkel-Prellung und musste gegen Borissow ausgewechselt werden.
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