Degenkolb geht die Kraft aus - WM-Silber für Brennauer
Deutsche Radprofis mit zu wenig Power

Lisa Brennauer freut sich nach zwei WM-Titeln auch über das abschließende Silber im Straßenrennen. Bild: dpa
Die ganz große Enttäuschung war bei John Degenkolb erst nach einem langen und innigen Kuss seiner schwangeren Frau Laura verflogen. "Ich habe das Potenzial, da vorne mitzufahren. Dort sehe ich mich auch in Zukunft. Für die letzte Attacke hatte ich nicht mehr genug Power", haderte der gesundheitlich angeschlagene WM-Kapitän, dem beim WM-Triumph des Polen Michal Kwiatkowski die entscheidenden Kräfte gefehlt hatten.

Der von Ehrgeiz getriebene Degenkolb kämpfte sich bei der Straßenrad-WM in Ponferrada mit einem Rückstand von sieben Sekunden noch auf einen achtbaren neunten Platz. "Bei der Vorgeschichte von John war heute nicht mehr drin. Unter anderen Umständen hatte es anders ausgesehen", ergänzte Tony Martin mit Blick auf Degenkolbs Krankenhaus-Aufenthalt in der Vorwoche. Auch Martin hatte am Sonntag nichts unversucht gelassen, den deutschen WM-Fluch zu beenden. Doch eine Soloflucht gut 60 Kilometer vor dem Ziel war nicht von Erfolg gekrönt.

So kam es zum großen Finale am letzten Anstieg, den Kwiatkowski als erster hinaufstürmte. Nach 254,8 Kilometern rettete er einen hauchdünnen Vorsprung von einer Sekunde auf den Australier Simon Gerrans und dem Spanier Alejandro Valverde ins Ziel.

Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) war es aber auch ohne eine Medaille beim Finale eine überaus erfolgreiche WM, schließlich hatten zuvor Shootingstar Lisa Brennauer Gold und Silber in den Frauenrennen sowie Martin Silber im Zeitfahren geholt. Dazu fuhren die Junioren Lennard Kämna und Jonas Bokeloh zwei weitere Weltmeistertitel ein.

Vor allem Lisa Brennauer dürfte die Wettkämpfe in bester Erinnerung behalten. Vor gut einer Woche war sie nur den Kennern der Branche ein Begriff, bei der WM startete sie aber durch: Weltmeisterin im Team- und Einzelzeitfahren, und zur Krönung holte die Sportsoldatin am Sonntg auch noch Silber im Straßenrennen. "Das war meine Woche", betonte sie.
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