Demütige Handballer

Die 18 deutschen Handballer fahren nach zwei abschließenden Testspielsiegen mit großem Selbstvertrauen zur WM nach Katar. Minimalziel ist das Achtelfinale. Michael Kraus und Co. üben sich in Bescheidenheit. Erster Gegner ist Polen.

Mit einer Mischung aus Mut und Demut fliegen Deutschlands Handballer am Dienstag zur Weltmeisterschaft nach Katar. Einen Tag nach dem 32:24 feierte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Samstag in Mannheim mit dem 27:22 (11:10)-Erfolg erneut gegen Tschechien eine gelungene Generalprobe.

"Das waren nicht die Weltmeisterschaftsspiele, das waren Testspiele. Wir gehen immer noch mit viel Demut in diese Weltmeisterschaft", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

Passend dazu hat DHB-Präsident Bernhard Bauer auch ein bescheidenes WM-Ziel ausgegeben. "Das Achtelfinale ist Pflicht. Bei allem, was danach kommt, wäre mir wichtig, dass man bis zur letzten Sekunde kämpft und begeisternden Handball spielt", sagte der Verbandschef. Er wird auch nicht müde, immer wieder auf die verlorene Qualifikation gegen Polen und WM-Teilnahme dank einer Wildcard als Glücksfall hinzuweisen. "Wir müssen uns daran erinnern, wo wir im Juni waren. Es ist ein Glück, und deswegen müssen wir auch bescheiden sein, dass wir bei der Weltmeisterschaft dabei sein dürfen. Wir müssen sportlich beweisen, dass wir verdient bei der WM sind", meinte er.

Nur eine Niederlage in acht Spielen unter der Regie des danach verpflichteten Sigurdsson hat den im letzten Sommer niedergeschlagenen Handballern neues Selbstbewusstsein eingeimpft. "Die Testspiele waren gut, die Qualifikationsspiele waren auch ganz gut. Das bedeutet ein bisschen mehr Selbstvertrauen und eine breitere Brust. Das tut den Jungs gut", hat der Isländer festgestellt.

In die zwei freien Tage bis zum Abflug hat der Isländer seine Spieler in dem Bewusstsein entlassen, dass sie in Katar konkurrenzfähig sind. "Die Jungs fühlen sich fit und bereit. Das ist positiv", befand er. Einen Tag nach dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Katar und Brasilien steigt der 18 Mann starke DHB-Kader, darunter auch der nachgerückte Spielmacher Michael Kraus, am Freitag mit dem brisanten Duell gegen Polen ins Turnier ein. Die weiteren Gegner in der schweren Vorrundengruppe D sind Dänemark, Russland, Argentinien und Saudi-Arabien.
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