Der 49-Jährige ist nach Slomka, Zinnbauer und Knäbel schon der vierte Trainer in der laufenden ...
Labbadia hat "Bock" auf den HSV

Bruno Labbadia hat beim Amtsantritt versprochen, Vollgas zu geben. Bild: dpa
Bis tief in die Nacht klärte Bruno Labbadia letzte Details seiner "Mission Impossible", wenige Stunden später dirigierte er schon auf dem Trainingsplatz die HSV-Mannschaft. Voller Tatendrang startete Labbadia in seine zweite, weitaus kniffligere Amtszeit beim höchst abstiegsbedrohten Hamburger SV. "Es gibt keine Zeit. Wir haben gesagt: Leinen los. Barrieren müssen sofort umgestoßen werden", sagte Labbadia am Mittwoch bei seiner Vorstellung mit wachen Augen und ordnete sogleich ein Kurztrainingslager in Rotenburg/Wümme an. Sogar seine Frau musste an ihrem Geburtstag für den HSV zurückstecken und allein in den Mallorca-Urlaub verreisen.

Von den Fans wurde Labbadia wohlwollend empfangen, dabei war der Coach lange nicht erste Wahl. Erst als sich eine Verpflichtung von Wunschkandidat Thomas Tuchel nicht auf die Schnelle realisieren ließ, wurde Labbadia kontaktiert und als Trainer Nummer vier in der laufenden Saison installiert. "Ich habe Bock drauf. Das Leben ist zu kurz, dass man nur überlegt. Man muss Dinge tun, die schwierig sind", erklärte der ehemalige HSV-Profi und -Trainer, warum er sich auf das Unternehmen Klassenverbleib beim Tabellenletzten der Bundesliga eingelassen hat. Nur sechs Spiele hat Labbadia Zeit, den erstmaligen Abstieg des Bundesliga-Dinos noch abzuwenden. Seinen Einstand gibt der 49-Jährige am Sonntag im Nordderby bei Werder Bremen.

Labbadia ist seit 1997 bereits der 20. Trainer des HSV, bei dem sich das Chaos der jüngeren Vergangenheit auch unter der Ägide der neuen Clubführung mit Dietmar Beiersdorfer an der Spitze fortsetzte. "Da die Gespräche mit Thomas Tuchel nicht weiterführten, haben wir das Heft des Handelns übernommen und uns für Bruno entschieden", erklärte der mitgenommen wirkenden HSV-Chef.

Nach acht Spielen ohne Sieg und dem Absturz auf den letzten Platz zog Beiersdorfer den allerletzten Joker, um den ersten Abstieg des "Dinos" aus der Eliteliga zu verhindern. Da Tuchel, auf den die HSVer voll gesetzt hatten, als Retter nicht zur Verfügung stand, kam die "kleinere Lösung" zustande. "Der HSV hat unter Bruno Labbadia den besten Fußball der letzten 15 Jahre gespielt", sagte Beiersdorfer in dem Bemühen, Labbadia nicht als zweite Wahl dastehen zu lassen. Allerdings stimmt: Der einstige HSV-Torjäger (1987-89) führte den Club ins Europa-League-Halbfinale (2009/10) und scheiterte nicht aus sportlichen Gründen (Platz 7). Er hatte sich seinerzeit jedoch mit einigen Führungsspielern überworfen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13792)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.