Der Club kann's kaum fassen

Der Nürnberger Niclas Füllkrug in Jubelpose: Gegen Fortuna Düsseldorf kamen die Cluberer aus dem Feiern nicht mehr heraus. Der Gegner aus dem Rheinland machte allerdings auch einen bemitleidenswerten Eindruck. Bild: dpa

Darauf könnte Guido Burgstaller verzichten: "Die Bayern brauchen wir jetzt nicht unbedingt", sagt der Club-Stürmer nach dem 5:1 im Pokal gegen Düsseldorf und dem Einzug ins Achtelfinale. Mit der Leistung wie gegen die Fortuna wäre aber auch in der nächsten Runde etwas möglich.

Nürnberg. Leute aus dem Rheinland haben viel Humor, vor allem dann, wenn sie aus einer Karnevalshochburg wie Düsseldorf kommen. "Auswärtssieg, Auswärtssieg", skandierten die Fortuna-Fans am Dienstagabend lauthals in Nürnberg. Kerem Demirbay hatte zuvor ein schönes Tor geschossen - es war das 1:5, von Anschlusstreffer mochte man in der 72. Minute da aber nicht mehr sprechen. Zu lachen hatten an diesem Abend nur die Nürnberger etwas. Club-Coach Renè Weiler sprach aus, was alle im FCN-Umfeld dachten: "Dem Verein und uns allen tut dieser Sieg finanziell wie sportlich gut."

Der Einzug ins Achtelfinale gegen einen erschreckend schwachen Gast, bringt den klammen Nürnbergern gut eine halbe Million Euro ein, die Leistung gegen die Fortuna den Club-Profis jede Menge Selbstvertrauen: "Wir wollten heute alles besser machen als gegen Duisburg und das hat dann zum Glück auch sehr gut geklappt." Nicht nur Hanno Behrens war ein bisschen euphorisiert. Die Club-Profis waren das in der ersten Hälfte allesamt. Guido Burgstaller (10.) und Behrens (17.) sorgten für ein schnelles 2:0, Niclas Füllkrug (41.) und Tim Leibold (43.) schon vor der Pause für die Entscheidung.

In den vergangenen Wochen frustrierte Jungs spielten auf einmal groß auf. Wie etwa Niclas Füllkrug, ein starker Fußballer, der schnell zur Zufriedenheit neigt: "Ich habe mich gefreut, dass ich heute von Anfang an das Vertrauen hatte", sagte der Ex-Bremer. Mit seinen Teamkollegen ließ er den Düsseldorfern kaum Luft zum Atmen. Im defensiven Mittelfeld überzeugte Patrick Erras in seinem dritten Spiel von Anfang an. Der 20-jährige defensive Mittelfeldmann aus Raigering wird beim Zweitligisten immer mehr zur Entdeckung der Saison . Trainer Weiler entdeckte derweil nach der Partie auch wieder richtig gute Perspektiven für den derzeitigen Tabellenzehnten des Unterhauses: "Wir sind jetzt viel stärker als zu Saisonbeginn." Was fehlt, ist noch die Konstanz: "Aber ich habe das Gefühl, hier entwickelt sich etwas. Der Sieg gibt uns Schwung."

Der Kantersieg zeigte vor allem, was mit dieser Mannschaft möglich wäre. Weiler konnte es sich sogar erlauben, Danny Blum von der Bank zu bringen. Der Stürmer bedankte sich sogleich mit dem fünften Club-Treffer (69.). Die Club-Fans unter den knapp 20 000 Besuchern waren da schon total aus dem Häuschen. Füllkrug fühlte sich, wie "auf Händen getragen". "Die Stimmung war heute super", staunte auch Burgstaller.

Die Stimmung bei den Düsseldorfer Fans war dann doch noch gekippt. "Absteiger, Absteiger", gröhlten sie ihren Versagern nach den 90 Minuten entgegen. So weit her war's dann mit dem Humor doch nicht.
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