Der FC Amberg fühlt sich "Underdog-Rolle" wohl - Helmut Schweiger: "Wir gehen keine ...
"Unser Ziel ist der Nichtabstieg"

Feste soll man ja bekanntlich feiern - und zum Feiern hatten die Fußballer des FC Amberg 2015 jede Menge. Los ging es mit dem Bezirksliga-Erhalt der zweiten Mannschaft, es folgten der Landesliga- und Regionalliga-Aufstieg der U19-Junioren und der Ersten und zuletzt der Landesliga-Aufstieg der U17. "Ein unglaubliches Jahr,", resümiert Präsident Helmut Schweiger: "Es ist das bislang erfolgreichste unserer Vereinsgeschichte."

Nach dem Aufstieg in die Regionalliga stehen beim FC Amberg die Sponsoren wahrscheinlich Schlange?

Schweiger:Unsere treuen Sponsoren unterstützen uns weiterhin oder weiten ihr Sponsoring sogar etwas aus. Darauf sind wir sehr stolz. Wir rechnen damit, dass uns einige Unternehmen - gerade die größeren Amberger Traditionsunternehmen - nach dem Aufstieg unterstützen werden. Hier müssen wir aber noch weiter harte Pionierarbeit leisten. Wir sind auch mit einer kleineren Unterstützung zufrieden. Es gilt das Motto 'Amberger Firmen für Amberg sowie Amberger Firmen für den FCA'.

Das Fernsehen berichtet aus den Regionalligen. Kann der Verein mit Fernsehgeld planen?

Schweiger:Leider gibt es in der Regionalliga kein Fernsehgeld. Gerade deshalb ist die Regionalliga wirtschaftlich eine sehr gefährliche Liga. In den ersten drei Ligen werden sehr hohe Fernsehgelder ausgeschüttet. Für die Regional- oder für die Bayernliga gibt es gar nichts, weshalb die Kluft zwischen 1., 2., und 3. Liga sowie Regionalliga immer größer wird. Hier muss bei den Verantwortlichen des DFB und des Verbandes schnellstens ein Umdenken stattfinden.

Die Regionalliga gilt als erste (semi)-professionelle Liga. Hat der FCA als Amateurverein da überhaupt eine Chance auf den Klassenerhalt?

Schweiger:Natürlich haben wir eine Chance. Trotz allem wird es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Die meisten Mannschaften haben siebenstellige Etats, alleine für die Regionalliga-Mannschaft. Unser Etat beträgt rund 500 000 Euro allerdings für den Gesamtverein, also inklusive Jugend, Verwaltung, U23-Mannschaft. Wir gehören somit zur zweiten Klasse. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir einige Mannschaften hinter uns lassen können.

Warum wagt der FCA nicht den Schritt zum Profifußball?

Schweiger:Wir haben uns seit unserem Amtsantritt vor drei Jahren Strukturen geschaffen, die wir wieder kaputt machen würden. Wir haben immer gesagt, dass es unter dem heutigen Präsidium keine finanziellen Abenteuer geben wird. Sollten wir jetzt das Profitum einführen, würden wir sehr große Gefahren und Risiken eingehen. Unser Etat würde für den Aktiven-Bereich explodieren. Es gibt genügend negative Beispiele von Mannschaften, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und nach einem Abstieg vor dem Nichts gestanden sind. Die Vorgaben des Verwaltungsrates - und diese sind teilweise finanziell sehr eng abgesteckt - müssen erfüllt werden. Wir können nur das Geld ausgeben, was wir auch haben.

Die Fahrtkosten dürften sich im Vergleich zu den früheren Regionalliga-Gastspielen in Grenzen halten. Wird die Regionalliga dennoch viel teurer als die Bayernliga?

Schweiger:Es ist richtig, dass sich die Reisekosten in Grenzen halten. Wir sollten jedes Spiel am Spieltag anfahren können, obwohl wir die längeren Fahrten mit unseren bisherigen Möglichkeiten bewältigen wollen. Diese hatten wir in der Bayernliga aus Kostengründen mit unseren Kleinbussen und Privatautos durchgeführt. Zusätzlich wollen wir dieses Jahr wieder ein mehrtägiges Trainingslager machen. Man darf nicht vergessen, dass der Spielbetrieb in der Regionalliga gerade bei Heimspielen wesentlich teurer ist. Es gibt höhere Schiedsrichterkosten, höhere Verbandsabgaben sowie höhere Kosten für Sicherheits- und Ordnungsdienst.

Gelingt der Klassenerhalt?

Schweiger:Es wäre toll, wenn ich diese Frage mit 'Ja' beantworten könnte, was ich aber leider nicht kann. Ich würde auch gerne im Mittelfeld mitspielen. Ziel ist natürlich der Nichtabstieg, aber vor allem, dass wir unseren Zuschauern und Gönnern attraktiven und schönen Fußball bieten. Uns ist klar, dass wir ab dem ersten Tag gegen den Abstieg spielen werden.
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