Der Schock: Özil fällt lange aus

Mesut Özil schleicht frustriert vom Platz: Der Arsenal-Star fällt für die Länderspiele der deutschen Nationalelf aus. Eine schwere Knieverletzung zwingt ihn zu einer langen Pause. Bild: dpa

Die Vorbereitung auf den Doppelpack in der EM-Quali wird durch die schwere Verletzung von Mesut Özil beeinträchtigt. Bundestrainer Löw muss kurz vor dem Duell in Warschau improvisieren.

Großes Pech für Mesut Özil! Die schwere Knieverletzung des Mittelfeldzauberers hat die Personalsituation für Bundestrainer Joachim Löw vor dem wichtigen Doppelpack in der EM-Qualifikation weiter verschärft. Özil muss wegen eines Teilrisses des Außenbandes im linken Knie zehn bis zwölf Wochen pausieren und fällt damit nicht nur für die Partien der Fußball-Nationalmannschaft am Samstag, 11. Oktober (20.45 Uhr/RTL) , in Polen und drei Tage später in seinem Geburtsort Gelsenkirchen gegen Irland aus. Der Arsenal-Star wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen können.

Verletzte WM-Helden

Bei der Rückkehr an den Ort seiner schlimmsten Niederlage muss Weltmeister-Trainer Löw plötzlich ein noch größeres Personalpuzzle lösen. Özil war wegen Schmerzen im linken Knie zu einer Kernspinuntersuchung nach München gereist und reihte sich vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel in Polen in die Liste der verletzten WM-Helden ein. André Schürrle blieb auch am Mittwoch zu individuellen Einheiten im Hotel und kann bestenfalls am Donnerstag bei einem Geheimtraining wieder gemeinsam mit den Kollegen üben. Immerhin meldete sich der grippekranke Schalker Julian Draxler für das Duell am Samstag im Nationalstadion von Warschau wieder gesund.

Löw hatte am zweiten Vorbereitungstag nur 14 fitte Feldspieler und drei Torhüter im Training. Über eine mögliche Nachnominierung sollte noch befunden werden. Teammanager Oliver Bierhoff merkte jedoch an: "Der Jogi ist kein Trainer, der gerne nachnominiert." Gedanken an das schmerzhafte EM-Aus 2012 in Warschau gegen Italien (1:2) - der bislang letzten Pflichtspielniederlage der DFB-Auswahl - kommen nicht mehr auf. "Das ist vergessen. Das spielt keine Rolle mehr. Es hat natürlich genagt. Deswegen hat man Ballast abgeworfen, indem man Weltmeister geworden ist", sagte Bierhoff.

Improvisation gefragt

Für Löw zählt nur das Hier und Jetzt. Gerade im Mittelfeld muss er angesichts des Özil-Ausfalls wieder einmal improvisieren. Verletzt fehlen in Polen und drei Tage später gegen Irland ohnehin die Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Benedikt Höwedes und Sami Khedira sowie Marco Reus und Mario Gomez.

Im Training rückte Lukas Podolski auf die linke Mittelfeldseite. Bei einer Übungsform agierte er mit Thomas Müller, Christoph Kramer und Toni Kroos in einer Viererkette. Gesucht wird allerdings ein weiterer Mittelfeldmann - sofern Mario Götze wie erwartet davor als Spitze agiert. Kandidaten wären der gerade genesene Draxler oder der Hoffenheimer Sebastian Rudy als defensive Variante. Karim Bellarabi dürfte als Neuling kaum in der Startelf stehen.
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