Der Schwandorfer René Vollath zeigt auch in Nürnberg, warum er eine Nummer eins ist - Vertrag ...
Schiedsrichter im Tor des KSC

René Vollath (am Boden) ist zur Stelle: Der Oberpfälzer steht derzeit im KSC-Tor. Vor eineinhalb Wochen überzeugte er beim 0:0 gegen Bochum, am Samstag hielt er beim 1:1 in Nürnberg sehr gut. Dennoch droht dem 24-Jährigen wieder die Ersatzbank. Bild: dpa
Nürnberg. (mr) Der Begriff "Ersatztorwart" verbietet sich nach den letzten Leistungen. René Vollath sieht sich ohnehin nicht als Lückenfüller. "Vom Charakter her bin ich eine Nummer eins", erklärte Vollath (24) einmal in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit zeigt der aus Schwandorf stammende Keeper des Zweitligisten Karlsruher SC, dass er ein hervorragender Stammtorwart wäre. Am Samstag beim Spiel gegen den 1. FC Nürnberg hatte er einige starke Szenen, ärgerte sich aber nach dem 1:1 trotzdem. "Eins-zu-eins-Situationen sind eigentlich meine Stärke", meinte er zur Szene in der vierten Minute, als der Nürnberger Guido Burgstaller den Ball - alleine vorm Tor - am Keeper vorbeischob.

Der Club auf Distanz

Mit dem Punkt in Nürnberg für den derzeitigen Zweitligavierten war Vollath zufrieden. "Wir müssen jetzt hamstern, hamstern, hamstern. Jeder Punkt ist wichtig." Die Karlsruher sind im Aufstiegsrennen dick dabei. "Wir haben nur zwei Punkte Rückstand auf Platz zwei, zudem die Nürnberger auf Distanz gehalten", fasste der einstige Junioren-Nationaltorwart das Tabellenbild zusammen.

Vor eineinhalb Jahren wechselte Vollath, dessen Vater Richard früher unter anderem für den 1. FC Nürnberg und die SpVgg Weiden stürmte, zum KSC. Beim Club wurde auch Vollath junior in der Jugend ausgebildet. Auch deshalb freute er sich am Samstag, "dass ich erstmals im Frankenstadion spielen konnte". Unterstützt wurde er von der Familie aus der Oberpfalz und vielen Freunden. Sein Torwarttrainer aus früheren Zeiten, als er in Schwarzenfeld seine ersten Paraden zeigte, war nicht da. Zu Günter Kohl hält Vollath aber regelmäßig Kontakt: "Wir sprechen wöchentlich miteinander." Kohl war früher auch Torwarttrainer von Wolfgang Hesl, dem ebenfalls aus dem Kreis Schwandorf stammenden Keeper von Greuther Fürth. "Jetzt hat Günter zwei Keeper in der zweiten Liga, das spricht für seine Arbeit", lobt Vollath den Gymnasiallehrer.

Während Hesl aber in Fürth unantastbar ist, wird Vollath nach der Rückkehr des KSC-Stammkeepers Dirk Orlishausen (Hüftprobleme) wieder auf die Bank zurückkehren. "Davon gehe ich aus, dass ich wieder draußen bin", sagt der Oberpfälzer. "Das ist natürlich brutal hart, wenn man seine Leistung bringt." Deswegen steht auch noch nicht fest, ob Vollath bei den Badenern bleibt. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Gespräche habe es noch nicht gegeben. "Ich kann das alles nicht beeinflussen", meint er zu einer möglichen Vertragsverlängerung und ergänzt: "Nur mit meiner Leistung kann ich es beeinflussen, und die war gut." Der KSC sei auf jeden Fall erster Ansprechpartner. Mit einer baldigen Entscheidung bei ihm, wie es weitergeht, rechnet er nicht. "Da fließt noch so viel Wasser die Naab runter."

Auch in der B-Klasse

Ob KSC oder anderswo, Vollath hat noch eine lange Karriere im Tor vor sich. Und womöglich hat er für danach schon vorgesorgt: "Am Sonntag pfeife ich wieder ein Spiel, irgendwo in der B-Klasse", erzählte er nach dem Club-Spiel. Vollath ist seit vergangenem Sommer Schiedsrichter, leitet auch Jugendspiele. Der Torwart augenzwinkernd: "Vielleicht ist das ja was für nach der Fußballkarriere."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.