"Der Sieg tut uns allen gut"

Schiedsrichter Peter Sippel zeigt dem Nürnberger Javier Pinola (rechts) die Rote Karte. Bild: dpa

Das war für den neuen Trainer René Weller ein Einstand nach Maß. Der 1. FC Nürnberg stoppte Tabellenführer Ingolstadt. Allerdings wurde es zum Ende hin nochmals richtig eng, als ein Clubspieler die Rote Karte sah.

Nach dem erlösenden Schlusspfiff konnte René Weiler seinen ersten großen Sieg als Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg bejubeln. Der 41 Jahre alte Schweizer gewann am Sonntag mit dem Bundesliga-Absteiger gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer FC Ingolstadt mit 2:1 (2:0). Der Erfolg der Franken war verdient, auch wenn er nach einer Roten Karte für Abwehrspieler Javier Pinola (63. Minute/grobes Foulspiel) am Ende auf der Kippe stand. "Das war eine großartige Willensleistung", erklärte Weiler nach seinem gelungegen Einstand: "Der Sieg tut uns allen gut."

Vor 32 065 Zuschauern erzielten Robert Koch (16. Minute) und Torjäger Jakub Sylvestr (25.) die Treffer für den Club. Erst In Überzahl drehten die Ingolstädter richtig auf, kamen aber bei ihrer ersten Niederlage nach saisonübergreifend 17 Punktspielen durch Moritz Hartmann nur noch zum Anschlusstor (70.). Die Oberbayern könnten am Montagabend zum Abschluss des 14. Spieltags auch noch die Tabellenführung an Fortuna Düsseldorf verlieren.

"Wir haben heute das erste Mal seit über einem Jahr auswärts nicht punkten können. In der Kabine hat es sich so angefühlt, als ob die Jungs sogar darüber erleichtert sind, weil dieses Thema endlich vorbei ist", sagte Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl. "Es war heute aber mehr drin für uns." Auch wegen verletzungsbedingter Umstellungen kamen die Gäste nicht gut ins Spiel. "Wir haben die erste halbe Stunde Vieles vermissen lassen", kommentierte Marvin Matip. Trotzdem verließ der Kapitän das Stadion nicht mit einem "schlechten Gefühl", wie er sagte: "Ich habe keinen Gegner gesehen, der besser war." Zuletzt hatten die Ingolstädter im September 2013 ein Auswärtsspiel verloren.

Weiler hatte mit der Aufstellung von Even Hovland und Jürgen Mössmer auf die Personalprobleme in der Innenverteidigung reagiert. Nicht nur damit lag der Schweizer gut. Besonders das Festhalten an Torwart Patrick Rakovsky als Nummer 1 erwies sich als goldrichtig.

Die Gastgeber diktierten lange Zeit das Geschehen und belohnten sich mit dem Kopfballtor von Koch sowie dem fünften Saisontreffer von Sylvestr. Der Angreifer nahm einen weiten Abschlag von Torwart Rakovsky wunderbar mit und vollendete den Konter nervenstark.

Der Platzverweis für Pinola, der zu hart gegen Roger eingestiegen war, brachte die Partie nach der Pause zum Kippen. Die Emotionen im Stadion schlugen hoch. Ingolstadt drängte auf das 2:2. Rakovsky musste in der Endphase unter anderem einen Schuss von Roger parieren (81.). "Nach der Roten Karte kamen wir schon unter Druck", sagte Weiler. Er habe am Ende "viel gezittert". Dann aber durfte er jubeln.

Der "Club" rückte im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Valérien Ismaël auf Platz elf vor. "So ein Spiel wünscht man sich zu seinem Einstand", betonte Weiler. "Mir hat schon Vieles gefallen - am meisten das Resultat."
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