Der WM-Pokal in Tirschenreuth
Nur schauen - nicht anfassen

Bild: axs

Tirschenreuth. (lee) Nationaltrainer Jogi Löw forderte persönlich "Höggschde Disziplin" und schickte ein "Hol' dir jetzt den WM-Pokal" hinterher. Doch ganz so einfach war das beim Gastspiel der begehrtesten Trophäe des Weltfußballs in Tirschenreuth dann doch nicht.

Exakt 320 Tage nachdem Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm den WM-Pokal in den Nachthimmel von Rio de Janeiro reckte, hatten auch die Oberpfälzer aus Tirschenreuth und Umgebung Gelegenheit, die knapp 37 Zentimeter große und etwas über sechs Kilo schwere Trophäe zu begutachten. Mehr aber auch nicht. Der ATSV Tirschenreuth hatte sich als Gastgeber der Pokal-Ehrenrunde durch Deutschland beworben und "mit einem schlüssigen und tollen Konzept den Zuschlag erhalten", wie es Vorsitzender Gerd Ernst betonte. Und so pilgerten vor allem Nachwuchskicker aus der Region mit Trainern, Eltern, Großeltern und Geschwistern zum ATSV-Gelände. Was die DFB-Crew dann aber rund um die beiden verbundenen Trucks abzog, sorgte nicht selten für Unmut und Ärger. Vor allem die Eltern und Großeltern mit den Digitalkameras in der Hand waren sauer: Es war weder erlaubt, die Sprösslinge mit dem Pokal zu fotografieren, geschweige denn ihn à la Lahm in die Höhe zu recken.

Bilder von Alexander Schirmer

Zumindest das Rahmenprogramm, das ausnahmsweise nicht der DFB, sondern der ATSV Tirschenreuth organisiert hatte, verdiente sich Bestnoten. Menschenkicker, Hüpfburg, verschiedene Trainingsstationen mit umtriebigen ATSV-Trainern und ein großes kulinarisches Angebot. Der gesamte Verein langte zusammen und umsorgte die Pokal-Touristen. Auch wenn nicht alles auf Anhieb klappte, spätestens Chef-Organisator Thorsten Ziegler hatte eine Lösung parat. Es menschelte eben. Im Gegensatz zum kalten und emotionslosen Auftreten der DFB-Truppe. Dabei sollte der WM-Gewinn samt Pokal doch Emotionen wecken.
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